Havarien

Havarien

Delbo

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Delbo haben etwas, was im deutschen Indie-Pop nicht gerade häufig anzutreffen ist: Einen eigenen Stil. Und der zieht sich durch alle drei Alben und bezaubert auf "Havarien" in seiner ausarrangiertesten Form.

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Als ich Delbo das erste Mal live sah, hatten die drei Jungs aus Berlin gerade ihr Debüt-Album "Holt Boerge" herausgebracht, das damals leider viel zu wenig Beachtung fand. Der Nachfolger "Innen/Außen" brachte dann erste Anzeichen von Begeisterung auf seiten der schreibenden Zunft. Mit "Havarien" sollten Delbo jetzt endlich da ankommen, wo sie hingehören: Ganz vorne! Während sich andere Bands in Hamburger, Berliner oder Weilheimer Schulen einsortieren lassen, gelingt es Delbo in beeindruckender Weise nur immer wieder auf sich selbst Bezug zu nehmen. Zumindest im nationalen Kontext. Sicher, internationale Größen wie Fugazi oder Blonde Redhead hatten die Jungs gewiss in ihrem Plattenschrank. Was sie daraus machen ist jedoch wieder ganz und gar: Delbo. Der Sound ist glasklar, die Arrangements sind komplex und von einnehmender Schönheit. Die Instrumente umspielen einander, trennen sich, treffen wieder aufeinander. Daniel Spindlers Gesang windet sich um die Töne herum und gibt dem Ganzen Halt. Das Ergebnis ist gleichsam brüchiger wie bezaubernder Pop. Delbo zelebrieren auf "Havarien" ihre Musik selbstsicher und eigen, abseits von Moden und Schulen. Nahezu zeitlos! (cw)

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