Simplex

Simplex

Der Tante Renate

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Der Name ist noch immer strange, der Sound ist instrumentaler 8-bit-Electro-Rock-Pop auf breiten Sohlen. Charme hat das Ganze aber auch auf dem neuen Tante-Renate-Album.

Das Strophe-Refrain-Schema ist unverkennbar, nur der Gesang fehlt. Doch wo viele 8-bit-Nerds Extra-Coolness-Punkte durch ihren LoFi-Gesang erheischen wollen, reduziert sich sich Norman Kolodziej aka Der Tante Renate gänzlich auf die Musik. Das ist angenehm, wird nach mehrmaligen Hören aber doch ein wenig langweilig. Viele Stücke haben zwar ein gutes Tempo, glänzen mit schwungvollen Melodiebögen und offenbaren gewisse Songwriter-Qualitäten, doch da sie zumeist auf dieser klassischen Song-Struktur basieren, möchte man beinahe selbst irgendetwas dazu trällern. Insgesamt ist das neue Album „Simplex“ allerdings weitaus ausgereifter, in der Produktion ausgewogener und nur noch sporadisch mit der einstigen „Party-jetzt!“-Attitüde versehen. Der Tante Renate steht damit zwischen den Stühlen: zu spleenig für Techno-Clubs, zu elektronisch für Rock-Heads. Tendenziell dürfte solche Musik eher die Rock-Fraktion zum Mitwippen bewegen als die Minimal gewohnten Club-Gänger. Gerade wegen dieser non-konformen Art hat dies alles aber Sinn. (jw)

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