Niño Rojo

Niño Rojo

Devendra Banhart

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ein kauziger Balladier zwischen sprödem Anti-Folk und graziösem Anachronismus. Mit pochendem Herzen und verschmitztem Witz kehrt Devendra Banhart nach sehr kurzer Pause mit neuem Material zurück.

Windschief und gleichzeitig auf eine seltsam verspielte (oder sollte man sagen: verspulte) Weise erhaben kam es im Frühsommer dieses Jahres daher, uns in Verzückung zu versetzen, "Rejoicing In The Hands", das zweite Album und Europadebüt eines Singer/Songwriters, den eine Type zu heißen man nicht umhin kam: Devendra Banhart. 23-jähriger Kunststudent aus San Francisco, der sich gern auch mal als Model verdingt und sich irgendwann in ein abgeschiedenes Holzhaus im Nirgendwo zurückzieht, um dort seine Vision spartanischen Schepper-Folks zu verewigen. Mit seinem erstaunlichen Falsett und knochentrockener Akustikklampfe ausgerüstet taumelte, wimmerte und sehnte er sich durch ein Kaleidoskop schräger Melodien und unergründlicher Texte. Vergleiche mit All-Time-Genies Nick Drake und Tim Buckley waren so schnell zur Hand wie sie – noch – haltlos übertrieben waren. Weil nun aus besagten Sessions noch reichlich Material übrig geblieben war, erscheint ganze vier Monate nach "Rejoicing" mit "Niño Rojo" deren zweiter, nicht weniger enigmatischer Teil. Das zuversichtliche Boogie-Derivat "Be Kind" steht dabei aber auch beispielhaft für einen Aufbruch weg vom Mystizismus und hin zu neuen Ufern. Zumindest geografisch hat Banhart diese auch schon erreicht: er ist vor einiger Zeit seiner Freundin Bianca, also einer der beiden Coco Rosie-Schwestern, nach Südfrankreich gefolgt. (cp)

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