Die Ärzte – Die Bestie in Menschengestalt

Die Ärzte - Die Bestie in Menschengestalt

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Als die Ärzte 1993 "Die Bestie in Menschengestalt" veröffentlichen, ahnen sie noch nicht, dass die Single "Schrei nach Liebe" 25 Jahre später aktueller den je sein wird. Erstmal revolutionieren sie mit ihrem fünften Studioalbum den Punk, füge ihm eine gute Portion Pop bei und propagieren Liebe statt Hass.

Der Punk in seiner Ursprungsform ist längst tot. Grunge regiert die Musikwelt, doch dann erheben sich die Ärzte – jetzt mit Rod am Bass – nach ihrer Trennung 1989 auf ein Neues und liefern den Soundtrack zur nächsten Rebellion ab – mit viel Pop und dem Ärzte-typischen Wortwitz.

Auf "Die Bestie in Menschengestalt" bekommen alle ihr Fett weg. Nazis ebenso wie Politiker, die Musikszene im Allgemeinen – und auch die Ärzte selbst nehmen sich nicht so ernst. Wohl auch deshalb ist es nicht nur eines der sympathischsten, sondern wird auch eines der wichtigsten deutschen Alben überhaupt. 

Gerade "Schrei nach Liebe" schreibt Musikgeschichte. Nicht nur, weil es die erste neue Single nach fünfjähriger Pause ist. Es wird auch zur langlebigsten Nummer der Band, weil sie selbst ein Vierteljahrhundert nach ihrem Erscheinen – leider – nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Im Rahmen der "Aktion Arschloch" schafft es der Song 2015 sogar nochmal an die Spitze der Charts. Und natürlich ist es auch diese Nummer, die sie bei ihrem Cameo-Auftritt bei den Beatsteaks 2018 in der Waldbühne auf die Stage bringen – wohl auch, weil den Text wirklich jeder der 22.000 Zuschauer mitgrölen kann.

"Mach die Augen zu", "Friedenspanzer", "Schopenhauer", "Quark" – "Die Bestie in Menschengestalt" ist zwar jede Menge Pop, unterstreicht aber dennoch das Image der Ärzte als letzte echte deutsche Punkrock-Band, die mit Humor statt Hassparolen ein kleines bisschen die Welt verändert.

Ähnliche Künstler

Empfohlene Themen