Die Höchste Eisenbahn - Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Die Höchste Eisenbahn - Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

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Die Höchste Eisenbahn waren noch nie nur Francesco Wilking und Moritz Krämer. Das Berliner Vierergespann zeigt auf seinem zweiten Album wie guter deutschsprachiger Indiepop funktioniert. Und dass ein kleines bisschen Kitsch und Jugendlichkeit auch gesetzteren Männern mit Bart super steht.

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Sind wir doch mal ehrlich: Jeder wird älter. Bei allen kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich zurück in die Zeit sinniert, als man noch frisch verliebt, mit hechelnder Zunge der ersten Liebe hinterher rannte oder sich Hals über Kopf in waghalsige Abenteuer stürzte, nur um die Angebetete auf sich aufmerksam zu machen.

Vor fast einem Jahrzehnt machte sich eine illustre Brigade bärtiger Mittdreißiger daran, Geschichten aus dem Leben, von Liebe, Tragik, Komik und allem dazwischen lyrisch aufzubereiten. Zu ihnen gehörten Nils Koppruch, Gisbert zu Knyphausen, Moritz Krämer oder auch Francesco Wilking.

Letztere gründeten 2011 ein Projekt, das vom Start weg für helles Aufhorchen sorgte. Die Höchste Eisenbahn der Name: Weil Wilking, als er über dessen Bezeichnung grübelte "eine riesige, auf Stelzen fahrende Eisenbahn" vor Augen hatte. Wie gut, dass sich das Gespann aus Berlin diesen kreativen Freigeist bis heute behalten konnte. Nach dem Debüt "Schau in den Lauf Hase" vor drei Jahren legen sie mit "Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" Album Numero zwei vor. 

Songs, teilweise so kitschig und klebrig, dass man sich im Auto schon ein wenig seltsam vorkommt, die Anlage voll auf zu drehen. Aber das Ohr will, was das Ohr will. Und daher ist es nur konsequent mit Krämer und Wilking lauthals die jugendliche Verliebtheit von damals (oder heute) in die Welt hinaus zu schreien.

Wie bei jeder außerordentlich guten Band ist der Begriff "Pop" dabei natürlich nur so halbgar. Calypso trifft hier auf Fleetwood Mac, "Timmy" auf "Lisbeth", Synthies auf Dream Pop, "aaaahhs" auf "uuuuhhs", Kitsch auf Ernst und 13 kleine Geschichten auf weit geöffnete Lauscher.

"Ich lieb' dich. Jetzt werd nicht rot. Seit ich zwölf bin. Jetzt tu nicht so, ja so lange schon."

Da sind einfach diese Stimmen, die lassen den Hormonhaushalt im Kreis drehen. Lachen und weinen gleichzeitig, zu Tode betrübt, aber immer mit einem verschmitzten Lächeln. Ihre Art zu texten ist einzigartig - und genau aus dem Grund zählen Wilking und Krämer zur Speerspitze deutschem Songwritertums - nur leider wissen das längst nicht alle.

"Wir kennen das alles, worüber die Jungs singen, aber wir haben es lange nicht mehr so deutlich gefühlt", schreibt Bernd Begemann im Pressetext. Und müsste man "Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" in einem Satz zusammenfassen, es wäre dieser.

"Wer bringt mich jetzt zu den Anderen" erscheint am 26.08.2016 über Tapete Records.

Für das Konzert von Die Höchste Eisenbahn im Berliner Astra verlosen wir ab sofort bis Sonntag den 12. Februar 1x2 Gästelistenplätze. Schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Eisenbahn" (Kategorie: Verlosung) und dann heißt es Daumen drücken.

Die Höchste Eisenbahn rollt in folgende Städte:
15.02.17 Berlin, Astra (Zusatzshow!)
16.02.17 Marburg, KFZ
17.02.17 Kaiserslautern, Kammgarn
18.02.17 Köln, Gloria Theater (Zusatzshow!)
19.02.17 Hamburg, Große Freiheit (Zusatzshow!)
04.03.17 Frankfurt, Jahrhunderthalle (mit Annenmaykantereit)
05.03.17 Kassel, Stadthalle (mit Annenmaykantereit)
06.03.17 Bonn, Harmonie
07.03.17 CH-Zürich, Halle 622 (mit Annenmaykantereit)
08.03.17 CH-Solothurn, Kofmehl
09.03.17 A-Innsbruck, Dogana (mit Annenmaykantereit)
10.03.17 A-St. Peter/Wbg, Mezzanine Club
11.03.17 A-Graz, Helmut-List-Halle (mit Annenmaykantereit)
12.03.17 Ingolstadt, KAP94
13.03.17 München, Zenith (mit Annenmaykantereit)
26.05.17 Neustrelitz, Immergut Festival
27.05.17 A-Oslip, C'est La Mü Festival
28.05.17 A-Wien, Donaukanaltreiben
29.05.17 A-Graz, Postgarage
22.07.17 Leipzig, Parkbühne Geyserhaus
23.07.17 Dangast, Watt En Schlick-Fest
10.08.17 Rees-Haldern, Haldern Pop Festival

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