Fun

Fun

Die Nerven

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Die Nerven aus dem Stuttgarter Raum liefern mit ihrem Zweitling eine Vermessung der grassierenden Resignation, Lebensangst und Beklemmugsdistopien.

Der Albumtitel "Fun" ist natürlich nicht ernstgemeint, höchstens in einer hochresignierten Lesart. Genaugenommen handelt es sich um die fünfte Platte von -Die Nerven. Bekannt geworden, sind sie durch ihre Neuinterpretationen von DJ Ötzis "Ein Stern...der deinen Namen trägt" und die geniale Überhöhung von Lana Del Reys Sommerhit "Summerzeit Traurigkeit".

Die Songtitel verraten da schon mehr, tragen sie doch Namen wie "Alptraum", "Blaue Flecken" oder "Angst". Spätestens bei "Nie wieder Scheitern" erstickt die Wut auf einen unsichtbaren Feind oder gar die Welt in Resignation. "Nie wieder scheitern/ Eine Welt aus Cellophan".

Natürlich liegt es nahe, der Band den Punk-Stempel aufzudrücken, doch damit trifft man höchstens die Attitüde. Musikalisch kommt alles subtiler daher und wirkt trotzdem wie mal eben aus den blutigen Fingern geschüttelt. Neben Ausflügen in Noise-Gefilde stehen auch atmosphärische Gänsehaut-Songs wie "Blaue Flecken", doch diese Gänsehaut entstammt dem Schauer, nicht der Rührung.

Dem Schäuseln der Hamburger Schule setzten die Stuttgarter tiefe Bewusstseinsbeobachtungen und Ungemütlichkeit entgegen. Vielleicht die beste deutschsprachige Platte des Jahres 2014. 

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