Die Toten Hosen

Die Toten Hosen (Credit: Paul Ripke)

Der Beginn der Toten Hosen war Punk durch und durch: Fünf Männer in einer Düsseldorfer Szene-Kneipe wollen im Jahr 1982 eine Band gründen, jedoch spielt keiner von ihnen ein Instrument: Man lost die Instrumnete also schlicht und einfach den Bandmitgliedern zu.

35 Jahre später können die "Hosen" auf eine beachtlichte Karriere zurückblicken: 16 Studioalben, 9 Mal Platz 1 der deutschen Albumcharts, unzählige Preise. Eines scheint bei dem Erfolg jedoch auf der Strecke geblieben zu sein: Der Punk.

Der heutige Stil der Toten Hose zeigt sich zwar nach wie vor rockig, hat mit dem rotzigen Punk der frühen Alben aber nichts mehr zu tun. Heute fallen die Toten Hose vorallem durch Chart-Hymnen auf. Die Gesellschaftskritik spielt darin zwar nach wie vor eine große Rolle, lässt sich mit einem glatteren Stil aber auch wesentlich schwerer an den Hörer bringen.

17 Studioalben, davon zehn Mal Platz 1 der deutschen Albumcharts und eine ganze Reihe von Songs, die in jeder Kneipe, Fußballstadion oder Dorffest begeisterte Sänger und/oder Mitgröhler anlocken. Dass die Toten Hosen zu den bedeutendsten Bands des Landes gehören, steht außer Frage und sollte Grund genug sein, ihnen eine Top 10 zu widmen.  

Mit dem musikalischen Wandel der "Hosen" kann sich dennoch nicht jeder anfreunden. Wo früher Punk, Rotzigkeit und viel Humor herrschten, bekommen wir heutzutage leider zu oft radiotauglichen Rock vorgesetzt. Kein Wunder also, dass uns die letzten Veröffentlichungen nur wenig überzeugen konnten und deshalb auch keinen Platz in unserer Liste gefunden haben.

Trotz aller Orientierung am klanglichen Mainstream hat die Band, und allen voran Sänger Campino, niemals ihr soziales und politisches Engagement eingebüßt. Wer sich davon überzeugen möchte, muss sich nur ihren Auftritt beim #WIRSINDMEHR-Konzert in Chemnitz ansehen. Demnach müssen wir Schnaps-, Fußball-, Schinkenbrot- und Bofrost-Fans leider enttäuschen - unsere Liste konzentriert sich auf das "ernstere" Schaffen der Band. Und seien wir ganz ehrlich, irgendwie laufen diese Songs doch sowieso außer Konkurrenz, oder?

Die 10 besten Songs der Toten Hosen

10. Madelaine (Aus Lüdenscheid) (2002, Reich & Sexy II)

"Gibt es irgendwelche Nazis In deinem Bekanntenkreis?" - Eine Frage die man heutzutage gerne wieder genau so stellen darf. Der Song mag nicht zuletzt durch den Mitgröhl-Refrain etwas plump wirken, macht aber gerade deshalb die Botschaft so wirksam und unterhaltsam. Politische Haltung kann so einfach sein!

9. Freunde (2004, Zurück zum Glück)

Jede gute Punk-Band braucht ihre Ode an die Freundschaft. Und mit "Freunde" haben die Toten Hosen eine Version geliefert, die sich nicht nur über Jahrzehnte halten dürfte, sondern auch noch nach dem achten gemeinsamen Bier, Arm in Arm in der Eckkneipe, sentimental mitgegröhlt werden kann. 

8. Pushed Again (1999, Crash-Landing)

Hosen auf Englisch? Dass das bestens funktionieren kann, wurde mit "Pushed Again" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Erstmals bei ihrem 1000. Konzert im Jahr 1997 vorgestellt, hält sich der Song bis heute in den Setlists und allen voran in den Herzen der Fans.

7. Schönen Gruß, auf Wiedersehen (1990, Auf dem Kreuzzug ins Glück)

Er steht oftmals am Ende der Konzert-Setlists und zeigt, dass ein "Project X"-Szenario keineswegs eine Erfinung der Neuzeit ist und bestens auf EDM-Songs von Steve Aoki & Co. verzichten kann. Spaß beiseite, der legendäre Abschieds-Song der Band darf hier schlicht und einfach nicht fehlen. 

6. Bonnie & Clyde (1996, Opium fürs Volk)

Die Geschichte des legendären Gangsterpaares Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Chestnut Barrow dürfte mittlerweile umfassend erzählt sein. Die Hommage der Toten Hosen ging 1996, zusammen mit "Paradies" als eines der absoluten Highlights des "Opium fürs Volk"-Albums hervor und ist bis heute einer der stärksten Momente auf jedem Hosen-Konzert.

5. Wünsch Dir was (1993, Kauf MICH!) 

Achtung, Ironie! Die Zukunftsvision von "Wünsch Dir was" hatte ursprünglich einen sarkastischen und leicht verbitterten Beigeschmack, wurde aber von den Hörern niemals so aufgefasst. Campinos Reaktion? "Bitteschön, wenn denen das Mut macht, ist es auch okay." Und gerade in der heutigen Zeit kann doch jeder ein bisschen Mut gebrauchen.

4. All die ganzen Jahre (1990, Auf dem Kreuzzug ins Glück)

Das wütende, enttäuschte Gegenstück zu "Freunde". Musikalisch kann man hier dem Pogo-Kreis wohl kaum entgehen, inhaltlich dürfte jeder von uns schon einmal mit einer ähnlichen Situation konfrontiert gewesen sein. Und seien wir ganz ehrlich: Ein wütender Campino macht schlichtweg Spaß. 

3. Nur zu Besuch (2002, Auswärtsspiel)

Oftmals glänzen die lautesten Bands in ihren ruhigsten Momenten. Mit "Nur zu Besuch", einem Songs an Campinos verstorbene Mutter, lieferte die Band beim gleichnamigen Unplugged-Konzert einen ganz besonderen Moment ihrer Karriere. 

2. Alles aus Liebe (1993, Kauf MICH!)

DAS Liebeslied der Toten Hosen. Große Romantik und ein tragischer Held. Romance made in Düsseldorf.

1. Hier kommt Alex (1988, Ein kleines bisschen Horrorschau)

Die große Überraschung bleibt selbstverständlich aus. Auf Platz 1 steht der Hosen-Klassiker schlechthin. Umso überraschender, dass viele Fans gar nicht wissen, dass mit "Alex" der Protagonist aus Anthony Burgess' "A Clockwork Orange" gemeint ist. Viel Spaß mit diesem Ohrwurm!

Die Toten Hosen Diskografie

Alben

1983: Opel-Gang

1984: Unter falscher Flagge

1986: Damenwahl

1988: Ein kleines bisschen Horrorschau

1990: Auf dem Kreuzzug ins Glück

1991: Learning English Lesson One

1993: Kauf MICH!

1996: Opium fürs Volk

1999: Unsterblich

2002: Auswärtsspiel

2004: Zurück zum Glück

2008: In aller Stille

2012: Ballast der Republik

2017: Laune der Natur

Alben

Die Toten Hosen - Laune der Natur

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Die Toten Hosen - Riesling People Vol. 2

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Auswärtsspiel

Die Toten Hosen - Auswärtsspiel

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