DIIV - Deceiver (Albumcover)
Act der Woche

DIIV - Deceiver

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Der dritte Streich von DIIV ist ein Geniestreich oder ein Instant-Klassiker des eigens begründeten Shoegaze-Grunge-Genres.

Die Grundatmosphäre von "Deceiver" ist im Gegensatz zu den Vorgängern eher psychedelisch geraten, ab und an hört man sägenden Shoegaze à la My Bloody Valentine ("Like Before You Were Born") heraus, dann wieder Indierockiges im Stile Sonic Youths ("Skin Game"). 

Trotz aller vermeintlicher schlurfiger Kiffer-Attitüde ist das Album extrem ausgefeilt, die Melodien verspielt und verklausuliert. Das liegt vielleicht auch daran, dass DIIV sich erstmals einen externen Produzenten holten und mit Sonny Diperri (My Bloody Valentine, Nine Inch Nails, Protomartyr) den perfekten Partner fanden, um das bislang gewohnte Klanguniversum aus nervösen Gitarren und dreampoppigen Vibes geradezu explodieren zu lassen.

Video: DIIV – Skin Game

Dass DIIV nach drei Jahren Zwangspause ein derart brutal emotionales ehrliches und packendes Album veröffentlichen, war nach dem Absturz von Sänger und Mastermind Zachary Cole Smith nicht unbedingt erwartbar. Zu dem Song "Skin Game" sagt er selbst schon fast schmerzhaft ehrlich analysierend:

"It’s an imaginary dialogue between two characters, which could either be myself or people I know. I spent six months in several different rehab facilities at the beginning of 2017. I was living with other addicts. Being a recovering addict myself, there are a lot of questions like, “Who are we? What is this disease?” Our last record was about recovery in general, but I truthfully didn’t buy in. I decided to live in my disease instead. “Skin Game” looks at where the pain comes from. I’m looking at the personal, physical, emotional, and broader political experiences feeding into the cycle of addiction for millions of us."

Video: DIIV - Taker

Und so verschmelzen DIIV auf "Deceiver" Grunge-Elemente (Benannt ist die Band übrigens nach dem Nirvana-Song "Dive") mit Shoegaze-Reverbwelten, die schwindlig machen und mit schwebenden Songs wie "Taker" könnten sie sich auch in Slowdiiv umbennen – ohne jedoch als bloße Epigonen zu gelten, denn dazu hat die Band einfach einen unverwechselbar eigenen uniquen Sound kreiert.

Video: DIIV - Blankenship

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