Dillon "Kind"

Kind

Dillon

Redaktionswertung: 
schlimm
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sehr gut

Reduziert und repetitiv: Die frickelnden Elektro-Klänge auf Dillons neuem Album „Kind“ mit viel Bläsereinsatz und Klaviermelodien unterlegt, sind fragil und eindringlich zugleich.

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Wie eine Architektin baut sie Songs in Wendeltreppenform, lässt den Hörer darauf hinaufklettern, nur um ihn Sekunden später in eine synthie-gefütterte Schlucht aus Hall hinabfallen zu lassen. Wo landet er? In einem morbid-melancholischen Bett, das jedoch auch warm und geborgen ist (Nicht zufällig heißt wohl ein Lied „Lullaby“ mit den einlullenden Zeilen „Schlaf ein, schlaf ein“ darin).

Bestes Beispiel für diese widersprüchliche faszinierende Mischung aus Zerbrechlichkeit und Selbstbewusstsein ist gleich der Titelsong und Eingangstrack „Kind“, auf dem sie zusammen mit Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow ein seltsam verführerisch und zugleich doch distanziertes Duett singt.

Fast flehentlich singt Dillon in dem Track „Contact Us“ immer wieder „I don’t sing“ und in der Tat: Sie sprengt mit ihren Lieder das übliche Refrain/Strophen/Schema und singt wie zum Trotz eindringlicher als andere ihrer aktuellen Kolleginnen.

Verglichen wird die in Berlin lebende Musikerin mit brasilianischen Wurzeln gerne mit Björk, Lykke Li oder Tori Amos, doch Dillon kann sich auf “Kind” davon locker freischwimmen: Zu eigenwillig ist ihr drittes Album geraten und zu raffiniert mischt sie Melancholie samt unterfütterten Synthie-Loops mit Monstertracks aus stampfenden Drums.

Tracklist:

  1. Kind
  2. Stem & Leaf
  3. Shades Fade
  4. Lullaby
  5. Te Procuro
  6. The Present
  7. Regular Movements
  8. Contact Us
  9. Killing Time
  10. 2. Kind

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