Cover: Dinosaur Jr. - Give A Glimpse Of What Yer Not

Give A Glimpse Of What Yer Not

Dinosaur Jr.

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Die wortkargen Alternative-Rocker von Dinosaur Jr. bringen Freitag ihr elftes Album raus. Genau wie zu erwarten war, machen sie auf "Give A Glimpe For What Yer Not" nicht viel anders. Und doch sticht es aus der üppigen DIskographie heraus.

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Wenn man den Sound von Dinosaur Jr. beschreiben müsste, würde einem das Wort "wandlungsfähig" wohl nicht in den Sinn kommen. Der laute, dröhnende Gitarrensound ist seit Jahrzehnten der gleiche. Und auch die aktuelle Single "Tiny" bildet da keine Ausnahme. Aber was soll man sagen, die alten Herren J Mascis, Lou Barlow am Bass und Murph an den Drums haben es einfach drauf ihre Punk- und Heavy Metal Wurzeln in solch opulente, und gleichzeitig melodische Rocksongs zu packen.

Vielleicht mag es der gegenwärtigen Krise der Rock-Branche geschuldet sein, dass die immer gleiche Masche noch so gut ankommt. Vielleicht sehnt man sich nach alt Bekanntem zurück, weil keine der aktuellen Rockgrößen mehr zu überraschen weiß (und man sich damit abgefunden hat). Und an so einem Punkt saugt man diese melodisch-krachigen Gitarrensoli auf, wie Wasser in der Wüste. Alt vertraut stehen Dinosaur Jr. ganz und gar nicht für irgendeine Art kommerzieller Musik. Und selbst haben sie ihrem Stil so einem Gedanken nie untergeordnet. Trotzem schafften sie - spätestens mit "Farm" den Durchbruch. 

Für manche mag die Schiene, die das Trio seit Jahrzehnten fährt, zu eintönig sein. Zweifel an der Qualität von Dinosaur Jr.-Songs kam dabei jeoch nie auf. Und um auch neue Dinge auf Album Nummer elf zu entdecken, braucht man gar nicht mal so genau hinhören. Die Rückkehr von Lou Barlow wirkt sich nicht nur auf die Struktur des Albums an sich aus - Barlow steuert selbst zwei Songs am Mikro bei - sondern auch der alte Haudegen J Mascis wirkt wie gerade von einer Frischzellenkur zurückgekehrt.

Leichtfüßig, beschwingt und stellenweise fast schon sommerlich-locker spaziert er die Gitarrensoli-Leiter rauf und wieder runter. Davon gibt es auf "Give A Glimpse For What Yer Not" gefühlt übrigens doppelt so viele, wie auf allen vorherigen Dinosaur Jr. Alben zusammen. Gefühlt. Feeling ist ein gutes Stichwort: Es scheint als entdeckt das Trio von Mal zu Mal mehr Spaß an dem was sie tun.

Man könnte schnell in den Euphoriestrom geraten und sagen, das sei das beste Dinosaur Jr. Album überhaupt. Wir beschränken das mal auf: Es ist das beste der zweiten Schaffenshälfte der Band. Die einflussreiche Grunge-Vergangenheit lässt sich nur schwer damit vergleichen.

"Give A Glimpse Of What Yer Not" erscheint am 05.08.2016 über Jagjaguwar / Cargo Records

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