Dirty Projectors Artwork

Dirty Projectors - Dirty Projectors

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David Longstreth ist allein. Verlassen von der Freundin und zweiten Hälfte seiner Band Dirty Projectors. Vier Jahre lang ist das nun schon so. Und noch immer scheint ihn die Trauer zu zerfressen.

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2009 war die Welt noch in ihren Fugen. Als Duo-Band veröffentlichten der Songwriter und Amber Coffman das Album “Bitte Orca” und wurden weltweit von Kritikern gefeiert. Der Ruhm war zum Greifen nah. 2012 folgte “Swing Lo Magellan”. Die Erwartungen waren hoch. Der Erfolg blieb aber leider überschaubar. Scheinbar gab es Probleme hinter den Kulissen. Er und Coffman trennten sich 2013. Seitdem war es still um die Projectors.

“I don’t know why you abandoned me. You were my soul and my partner” – Keep Your Name

2017 meldet sich Longstreth nun endlich mit einem neuen, siebten Album zurück. Coffman ist darauf zwar nicht mehr als Kollaborateurin zu hören, aber definitiv ein großer Einfluss. Denn es ist ein Traueralbum durch und durch. 

Schon in der ersten Zeile – direkt auf romantischen Glockenklang folgend – schüttet der reinkarnierte Solokünstler uns sein Herz aus: “I don’t know why you abandoned me. You were my soul and my partner.” Er inszeniert die Rückkehr zur Einsamkeit als Künstler, statt sie zu verschweigen. Zelebriert seine unbegrenzte Freiheit.

Der generelle R&B-Sound klingt so zerbrochen, wie er selbst, wenn man pathetisch sein möchte. Er ist oftmals nichts als ein glitchy Wirrwarr in dessen Mitte sich immer die Andeutung eines eigentlich ganz okayen Indie-Songs vermuten lässt.

“What I want from art is truth — what you want is fame.” – Keep Your Name

Je weiter “Dirty Projectors” fortschreitet, je mehr Songs die Lautsprecher verlassen, desto mehr produziert sich Longstreth um Kopf und Kragen. Wie ein aufgescheuchtes Reh reißt er an den Reglern – sprengt die Stile. Noch ein kleines Gimmick hier, noch Soundfetzen da. Manchmal ist sie kaum auszuhalten diese musikgewordene Verzweiflung.

Man möchte ihn retten. Den alleingelassenen, den scheinbar verzweifelten Musiker. Retten vor der trotzig wirkenden Idee sein siebtes Studio-Album nach dem eigenen, ehemals gemeinsamen Projekt zu benennen, sich dafür völlig aufzuopfern und es mit wirklich allem vollzupacken, was er zu bieten hat. Als müsse er der Welt unbedingt beweisen, dass er es auch alleine kann – auch ohne sie. Muss er nicht. 

“Dirty Projectors” erscheint am 22.02.2017 auf Domino.

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