DJ Koze "Knock Knock"

DJ Koze - Knock Knock

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Auf seinem vierten Studioalbum mit dem freundlichen Titel "Knock Knock" bittet DJ Koze zahlreiche Gäste auf seinen funkelnden Dancefloor. Die Liste liest sich beeindruckend, dabei sind: Róisín Murphy, Sophia Kennedy, Bon Iver, Speech von Arrested Development, Kurt Wagner von Lambchop und José González.

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Stefan Kozalla hat eine Vorliebe für wunderliche wie weirde Pseudonyme, denn er ist nicht nur als Adolf Noise unterwegs, sondern eben auch als DJ Koze: In beiden Fällen mixt der Musik-Alchemist Experiment, Humor und elektronische Musik zu einem Amalgam voller verführerischer Hooks und verschrobener Hits und die erste Single-Auskopplung "Seein Aliens" war bereits ein solch fein geschliffenes Elektro-Stück mit tatsächlich außerirdisch klingenden Effekten.

In "Pick-Up" schickt DJ Koze dann Gladys Knights Song "Neither One Of Us (Wants To Be The First To Say Goodbye)" aus dem Jahr 1972 einmal um die Umalufbahn und verwandelt den Track so in ein strahlendes grooviges French-House-Stück und den wohl schönsten sowie schlausten Sommerhit des Jahres 2018.

Video: Pick Up

Das Album mischt in typischer Koze-Manier Techno, Ambient, Hip Hop, Soul und Psychedelica zusammen und ist eine Verbeugung vor Künstlern wie David Bowie, Sun Ra, Outkast oder Kate Bush – wie Koze alles Wandler zwischen den Welten: Musik für Außerirdische und Irdische ist das Ergebnis, denn zuweilen wirken diese durch und durch auf dem Boden der Tanzfläche funktionierenden Tracks wie nicht von dieser Welt.

Es zirpt rätselhaft, dubbt echohaft, tropische wie natürliche Soundfetzen schweben heran und bevölkern so das All Kozes. Dazu gesellt sich Sophia Kennedy als Science-Fiction-Chanson-Diva, Kurt Wagner von Lambchop singt mit sich selbst im Vocoder-Duett und Róisín Murphy erstrahlt in funkigem Glitzer.

Und einer der besten Tracks namens "Music On My Teeth", mit José González als Gastsänger, eröffnet mit den schönen Zeilen "Time Is A Social Institution And Not A Physical Reality". Dieses Zitat des Philosophen Alan Watts geht eigentlich noch weiter, indem er erklärt, dass es zwar Zeit in der Natur nicht gäbe, dafür aber den Rhythmus – der Gezeiten, der Biologie, der Natur etc. Schöner kann man eigentlich DJ Kozes Musik nicht beschreiben.

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