Too Slow To Disco Vol. 2

Too Slow To Disco Vol. 2

DJ Supermarkt

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Er hat es schon wieder getan. Der Pop-Archäologe Marcus Liesenfeld aka DJ Supermarkt hat wieder einmal längst vergessene Softrock und AOR (Adult Orientated Rock)-Perlen ausgegegraben und für den zweiten Teil seiner erfolgreichen "Too Slow To Disco"-Reihe den Westcoast-Flair der 70er eingefangen. 

Einmal zurückbeamen, das wär's doch. In eine Zeit, als der hipsteresque Retro-Filter auf Instagram das wahre Leben, Afros und Schlaghosen der heißeste Shit und aalglatt produzierte, sonnengetränkte Liebesschnulzen der Soundtrack der Block-Parties war. 

Logisch, willst du 70er Westcoast-Flair, musst du dahin gehen, wo er gespielt wurde: Oregon, Washington und natürlich Kalifornien. Und nach Köln. Von dort kamen Street Player, die auch den schnieken Trailer zur Compilation untermalen:

16 Tracks hat DJ Supermarkt dieses mal zusammengesammelt. Die abgelegensten Ecken diverser Musiksammlungen hat er entstaubt, aufgelegt, verworfen, nochmal aufgelegt, für gut befunden und drauf gepackt.

Neben bekannteren Künstlern wie Daryl Hall und John Oates, die mit der Softrock-Ballade "Alone too long" die Compilation feierlich soulig eröffnen, geben sich auf TSTD2 vor allem längst verschollene Acts die Klinke in die Hand.

Jimmy Gray Hall ist dabei besonders zu erwähnen. Sein "Be That Way" ist einer von nur vier existenten Songs, dementsprechend  schwer aufzutreiben und wohl das Highlight. Ganz und gar nicht "too slow to disco" zaubern einen die Songs ein sommerliches Grinsen auf die Lippen. Zu laut sollte man sie im Auto bei runtergelassenen Fenstern allerdings auch nicht stellen. 

In unserem Interview bringt es DJ Supermarkt selbst wohl am besten auf den Punkt, warum wirklich jeder mindestens ein 'guilty pleasure', einen geschmacklichen Fehltritt haben sollte, für den man sich aber nicht wirklich schämen mag:

"Alleine für das Erwähnen des Wortes „Softrock“ oder „AOR“ (Adult Orientated Rock) wäre man vor nicht allzu langer Zeit ja noch von der Musik-Polizei gelyncht worden. Den entspannten und ausladenden Westcoast-Vibe der Songs können aber offensichtlich sehr viele Menschen ab und zu mal gebrauchen, um runterzukommen".

Der Musiknerd Liesenfeld hat es wieder einmal geschafft ein Lebensgefühl einzufangen, das zeitlos ist. Für eine Stunde katapultiert er uns alle zurück in die 70er Jahre und überrascht dabei mit Soundperlen, die selbst den fanatischsten Musikfreaks bislang unbekannt waren. 

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