Loose In The Air

Loose In The Air

The Double

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ein Fuß steckt tief in schmatzendem Noise, einer sucht Halt auf fluffigem Popboden. So humpeln The Double über ihr zweites Album und bringen Kühle und Überschwang, Chaos und eingängige Schlichtheit zusammen.

Immer wieder brechen The Double gerade liebgewonnene Strukturen auf, setzen Mitsummmelodien ins herrlichste Durcheinander und lassen Radiohitkandidaten unter Noisebreitseiten erzittern. Die Experimente mit Elektroloop und rhythmischem Störgeräusch, zu denen die Band während der verletzungsbedingten Auszeit ihres Drummers gezwungen war, haben feine Spuren im gern einmal etwas unspektakuläreren Songwriting hinterlassen. Und auch Produzent Steve Revitte bringt mit den Liars und Black Dice Referenzen ins Spiel, die dem Bandsound gut tun. Und so geizen die Songs nicht mit abrupten Wendungen, hintergründigem Flirren und Rumoren, unerwarteten Ausfallschritten. Dabei wäre, wie der abenteuerlich vom Chaos ins Formatradio in Noiserocksümpfe taumelnde Superopener "Up All Night" andeutet, mehr manchmal mehr gewesen. Gern und jeder hektischen Orgel, jedem gewagten Arrangement zum Trotz begnügt sich "Loose In The Air" nämlich mit zwangloser Interpolhaftigkeit, die den großartigen ersten zehn Minuten kaum noch etwas entgegensetzen kann. Eine Kostprobe eben dieser ersten Minuten gibt es mit dem schön kompakt tanzpoppenden "Idiocy". (sc)

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