Album

Tausend kleine Tänze

Eine Oliver Twist Kooperation - Tausend kleine Tänze

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Tanz gegen das System

Die Beine zappeln und die Antiflagge weht. Herr Twist hat seine Tanzschuhe wieder herausgekramt und bittet zum diskursiven NoWave-Postpunk-Disco-Funk-Tänzchen.

So wie von „The Oliver Twist Band“ zu „Eine Oliver Twist Kooperation“ eine eher marginale Änderung im Bandnamen stattgefunden hat, gibt es wenig musikalische Neuerungen auf „Tausend kleine Tänze“ zu entdecken. Ist ja auch nicht unbedingt notwenig, das Altbewährte abzulegen: Hektisch-ekstatisch artikuliert man die Dinge, die auf der vom System genervten Seele und unter den punkigen Diskotanzschuhsolen brennen. Es war Ende des letzten Jahrtausends, als man den eigenen Twist mit der ersten Single ins Leben rief. Seitdem war man in aller Untergrundsmunde, wenn es um von zappeligen Knien besuchte und mit Wortbomben zündende Konzerte ging. The Oliver Twist Band war eine national bekannte, die eigene Nation aber ansägende, Größe, die gerne mal den Mund aufmachte. Vor kurzem wurde es still um sie, nicht zuletzt weil mit dem groß angekündigten Ding „Von Spar“ eine etwas medientauglichere Version aufgelegt wurde. Sänger Thomas Mahmoud zeigte dort wie in der wieder auferstandenen Oliver Twist-Inkarnation erneut dem schizophrenen Dahinvegetieren den Mittelfinger, wie man offiziell statuiert: „Tausend kleine Tänze ist ein Album, das auf Grundlage zeitgenössischen Rocks und seiner Formen: Indietronics, Disko-Punk, House-Attitude, und Rebellen-Jazz-Chic alle Aspekte der fundamentalen Heuchelei, der Ausgrenzung, der gescheiterten Rebellion, der Degradierung der Kunst und der Absurditäten des Hype-Mechanismus, der Doppelmoral, kurzum: der Prekarisierung aller sozialer Verhältnisse durcharbeitet. Also Mund auf und rein in die Tanzschuhe! (bb)

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