Elvis Costello – Look Now

Elvis Costello - Look Now

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Elvis Costello hat sich nach zehn Jahren wieder mit seiner Band The Imposters zusammengetan, um mit "Look Now" dem Leben und dem Leiden mit ruhigem und unaufgeregtem Singer-Songwriter-Soul gelassen entgegen zu treten.

"Under Lime", der erste Song auf dem Album, berührt mit der Stimme Costellos, die hier ein wenig an den alternden David Bowie erinnert und macht zugleich Mut mit vielen Bläsern und ausufernden Melodien. Damit wird als Opener ein Drama in Miniatur-Format aufgeführt, das einen darauf vorbereitet, was einen in den kommenden vielfältigen und doch irgendwie homogenen 12 respektive 16 Liedern (wenn man die Bonus-Tracks mitzählt) erwartet.

Video: "Suspect My Tears"

Costellos Musik ist auch auf diesem Album weit davon entfernt irgendwie hip zu sein, dennoch ist sie immer schlau und stilsicher: Das Piano klimpert traurig, die Stimme croont weise, die Soul-Backchöre machen Laune und die Melodien sind eingängig. Die Zusammenarbeit mit diversen Musikern hat Costello hörbar gut getan. Bei "Don’t Look Now", "He’s Given Me Things" und "Photographs Can Lie" schrieb US-Soundtrack-Komponist Burt Bacharach mit und alle drei Songs sind mit die traurigsten Songs des Albums, "Burnt Sugar Is So Bitter" entstand zusammen mit Carole King und ist hingegen ein charmantes wie tragisches Disco-Soul-Stück geworden.

Vor über 40 Jahren veröffentlichte Costello sein Debütalbum "My Aim Is True" und ja, sein Ziel ist nach wie vor wahrhaftig: Mit diesem Album wollte er "die Bandbreite von "Imperial Bedroom" und die emotionale Wucht von "Painted From Memory" zusammenbringen", wie er sagt – also ein Werk aus dem Jahr 1982 und eines aus dem Jahr 1998 zu einem Neuen verschmelzen. Und "Look Now" hat in der Tat beides in sich: Opulenz und Emotion.

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