Tookah

Tookah

Emiliana Torrini

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"Jungle Drum" war Emiliana Torrinis bisher größter Hit - doch eigentlich ist die isländische Singer-/Songwriterin gar nicht auf Hitparaden-Pop abonniert. Mit ihrem neuen Album "Tookah" zeigt sie erneut ihre sensibel-versponnene Seite.

Ein Hit, ein Missverständnis: Alle Welt kennt Emiliana Torrinis quirligen, überschäumenden Hit „Jungle Drum“ von 2009, der bis heute zum Tagesprogramm vieler Radiostationen gehört.

Aber die 36-jährigen Isländerin war schon immer eher dem feinsinnigen Singer-/Songwriter-Genre zugetan – mit einigen Ausreißern wie zum Beispiel ihrer Gastsängerinnen-Episode beim Elektro-Projekt GusGus oder als Songschreiberin für Kylie Minogue, deren Hit „Slow“ aus Torrinis Feder stammt und zweifelsohne zu Minogues besten Stücken gehört.

Torrinis eigenes neues Album heißt „Tookah“ und macht auf ruhige, aber bestimmte Weise klar, dass die Sängerin kein Interesse daran hat, sich zu verbiegen und auf Teufel-komm-raus ein zweites „Jungle Drum“ zu produzieren. Bis auf das disco-inspirierte, eingängige „Speed Of Dark“ überwiegen zurückhaltende Töne, mal sanft, mal spröde und immer mit überraschenden Details.

Der Sound ist maßgeblich von einem antiken Oberheim-Synthesizer bestimmt, den Torrini im Studio entdeckte und dessen nostalgische Klangfarbe perfekt zu den Geschichten über Tiere („Caterpillar“, „Animal Games“), Naturphänomene („Autumn Sun“) oder exzentrische Frauenfiguren („Elisabeth“) passt. Der letzte Track „Fever Breaks“ franst in freejazziger Improvisation aus und komplettiert die phantastische Reise namens „Tookah“, was übrigens ein von Torrini erfundenes Wort ist und für Spiritualität und Reinheit der Seele stehen soll. Nicht wirklich mainstream-kompatibel, aber auf höchst sympathische Weise versponnen.

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