A Gentle Kind Of Disaster

A Gentle Kind Of Disaster

Emirsian

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Aren Emirze, sonst Sänger und Ideen gebendes Zentrum der Frankfurter Band Harmful, geht erstmals allein aus sich heraus. Auf musikalischem Weg pendelt er zwischen Dies- und Jenseits und lässt sein Herz sprechen.

Der Grad ist schmal. Dass die Fakeboys von US 5 „Mama“ besingen, hat natürlich monetäre Gründe und wird ihnen nur das verblendete Teenagermädchen als ernst gemeinte Angelegenheit und authentische Herzensangelegenheit abkaufen. Aber kann man von einer Promomasche oder Mitleidstour sprechen, wenn Aren Emirze sein erstes Soloalbum aufnimmt, auf dem und speziell mit dem er den Tod seines Vaters verarbeitet?

„A Gentle Kind Of Desaster“ ist eine musikalische Verlust-verarbeitung, ein Zwiegespräch, ein Selbstgespräch. Aren geht dabei (für an Harmful gewöhnte Hörer ungewöhnlich) spärlich und behutsam vor. Gitarre, mal eine Taste, Stimme, viel mehr braucht es nicht, um sich der Dinge klar zu werden. Das Hier und Jetzt ist endlich und das was bleibt, sind Erinnerungen, Fragen und das Ungesagte. In all dieser musikalischen Spärlichkeit und Behutsamkeit stellt Aren Fragen und sucht Antworten, wie ein Elliot Smith oder ein Nick Drake. Vereinzelt verarbeitend, das Irdische verlassend und das, was danach kommen mag, befragend.

Penetration durch Intimität? Reines Promotheater? Derartige Kritik kann nur aus dem Mund derjenigen fallen, die Emirsian nicht mit dem Herzen hören. Denn dies ist eine Herzensangelegenheit. Ein authentisches, persönliches und intimes Album, das man immer ein wenig mit dem Herzen hören muss, weil es sich ausschließlich dort abspielt. (bb)

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