Bonität

Bonität

Eno

Redaktionswertung: 
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Nichts auf Enos "Bonität" überrascht. Langweilig werden die Angebereien des neureichen Xatar-Schützlings trotzdem nicht.

Wenn die Reihe logisch fortgesetzt wird, müsste nach Platz fünf und drei mit dem dritten Studioalbum die Pole Position folgen. Eno könnte es nicht egaler sein. Auf "Bonität" führt er jetzt schon das Leben eines Spitzenreiters: "Dreimal täglich stelle ich mir die Frage, welche Schuhe passen farblich zu dem Wagen."

Während Eno sein Geld zählt, ärgern sich die Hip-Hop-Opis: "Ja, Autotune korrigiert meine schiefen Töne / Schöne Grüße an die verbitterten Hurensöhne." Doch während die alte Schule den immer gleichen Flow auspackt, beweist der 21-Jährige echtes Talent. Doubletime-Ausflüge auf "Sauba" unterstreichen Enos Wunsch, mehr als nur der x-te Stimmeffekt-Rapper zu sein. Mit dem ungerechtfertigten Image spielt er dennoch: "Er macht schon wieder einen Autosong / Und dann auch noch mit Autotune."

Video: Eno – Bunte Farben

Trap, Afrobeat und arabische Folklore – die Beats befinden sich auf dem Stand der Kunst. Doch kein Instrumental drückt sich in den Vordergrund. Der Star bleibt Eno. Auch wenn der angehende Bauingenieur hauptsächlich mit seinem neugewonnenen Reichtum angibt, stimmt er immer wieder ernste Töne an: "Jeder will Mann sein, kann die Jungs verstehen / So ist das in der Pubertät." Das Ganze gipfelt im Album abschließenden Real-Talk mit Label-Chef Xatar.

Nichts auf "Bonität" überrascht. Langweilig wird die Platte trotzdem nicht. Das Schema F durchbricht Eno mit Humor, Augenzwinkern und Intelligenz. Der Rapper hat verstanden, wie Spotify funktioniert und weshalb er kritisiert wird. Wenn er auf Album vier all das in mutigere Songs ummünzt, bleibt uns dieses junge Talent noch eine Weile erhalten.

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