Mafia

Mafia

Epo-555

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Guter Pop setzt sich aus Eingängigkeit, Eleganz und Extravaganz zusammen. Das wissen Epo-555 nur allzu gut. Dänisch frisch und experimemtierfreudig beweisen sie darüber hinaus aber auch, dass im LoFi-Pop alles erlaubt ist - solange es wunderschön ist.

Das Quartett aus Kopenhagen, das mit seinem Debütalbum „Dexter Fox“ im Jahre 2004 erstmals auf sich aufmerksam machte, aber viel zu sehr missachtet wurde, veröffentlicht nun sein zweites Werk. „Mafia“ heißt es und wird die bisherige sträfliche Missachtung mit breit angelegtem LoFi-Pop im Kern ersticken. Offen für alles, was schön klingt, spielt man cowboymäßig Lali Puna und Sophia in düster und detailverliebt. Die Philosophie der Dänen ist dabei so einfach wie effizient: Sie machen es sich in ihrem eigenen elf Quadratmeter großen Studio gemütlich, tauschen dort tausende von Ideen aus und nehmen diese dann zeitgleich auf, noch während sie an ihnen herumwerkeln. Aber abgerechnet und genagelt wird bekanntlich immer erst zum Schluss, denn dann wird selektiert, editiert und abgemischt. Und plötzlich ist alles wieder ganz anders. Plötzlich ist alles Epo-555. Plötzlich ist alles lieblich und wunderschön. Die Schönheit als solche ist ihre Stärke: Locker flockig, charmant elegant und spielend leicht umgarnen ihre Songs. So klingt frisches Verknalltsein. So klingt extravaganter Pop. Der hier anzuhörende Song und der Titel des Schlusstracks „Überholen hat keinen Zweck“ beschreiben „Mafia“ sehr treffend: Das ist experimentelle Popeleganz auf der Überholspur. (bb)

Ähnliche Künstler

Empfohlene Themen