Initiale

Escapado - Initiale

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Sind das hier Refused, die sich an der Nordseeküste verschanzt, dort ein deutschsprachiges Album aufgenommen und dann im Grand Hotel verirrten haben? Jein, es sind Escapado.

Heiliges Blechle, was für harter Tobak! Geschrei, Gitarrengemetzel und großes Hardcore-Geschepper, das natürlich nicht auf ein Label passt, das sonst eher die gesungenen, gediegenen und großen Indierock-Geschütze hütet. Nichts also für das Grand Hotel Van Cleef. Aber denkste, denn dieser knüppelnde Stoff hat dort heftigst eingeschlagen. Der Legende nach soll einer der Hotelbesitzer den anderen im Bunde die Pistole auf die Brust gesetzt haben: „Entweder wir machen Escapado oder ich gehe!“

Das Grand Hotel als autonomes Zentrum? Scheint fast so, denn auf die Gefahr hin, die Standardbelegschaft an Gästen mit Ungewohntem zu vergraulen, wird hier auf das eigene Herz gehört und die ideologischen Kampfeswurzeln geschaut. Denn allen alteingesessenen Hotelgästen knallen die Flensburger mit „Initiale“ eine derbe Hardcore-Ladung vor den Latz.

Aber wenn man sich etwas Zeit für dieses Album nimmt, merkt man, was die Herren aus dem Grand Hotel daran gefressen haben und hört man, was unter dieser harten Schale steckt: es gibt hier den Pop unter der knüppelnden Hand gereicht. Neben integrer Gewalt, mitreißender Kraft und überschwappender Energie sind Escapado im Grunde ihres Herzen melodieverliebt. Man muss „Initiale“ nur richtig zuhören, auch wenn’s manchmal wehtut. So wie damals bei Refused und so wie damals, als das Grand Hotel noch ein kleines AZ war. (Björn Bauermeister)

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