Get To Heaven

Get To Heaven

Everything Everything

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Mit "Man Alive" und "Arc" spielten sich Everything Everything durch ein Potpurrie an Genres und in die Herzen unzähliger Fans, Musiknerds und Kritiker. Die Erwartungen an das dritte Album waren gewaltig. "Get To Heaven" wird diesen mehr als nur gerecht.

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Die vier Jungs, die das Nerdtum salonfähig machen, spielen auf ihrem dritten Album ganz groß auf. Mit dem Auftauchen in der BBC Sound of 2009-Liste gehörten sie über Nacht zum Who is Who der heißesten Acts Großbritanniens. Das zweite Album "Arc", dass im UK Platz 5 der Charts enterte, brachte ihnen 2013 den großen kommerziellen Durchbruch. 

Die erste Single vom neuen Album "Distant Past" ist ein Track, der wohl wie kein Zweiter ihre musikalischen Vorbilder wiederspiegelt. Laut eigener Aussage reichen die von Destiny's Child über Radiohead oder Michael Jackson bis hin zu Komponist Steve Reich. Rap-ähnlicher Gesang trifft dabei auf eine verflucht tanzbar-poppige Melodie, extravagante Beats und überraschende Ton- und Tempoübergänge.

Sie verstehen sich als Pop-Provokateure, das ist der Geist der sie antreibt. Bei all dem Fokus auf die musikalischen Aspekte ihres Schaffens, dem Versuch beim Blick nach vorn immer neue Sachen zu wagen und sich weiterzuentwickeln, verschließen sie dabei nie den Blick vor dem, was sich da gerade in ihrer und unserer Welt abspielt. 

 "Das ist eine der vielen Gefühle, die ich in diesem Jahr in mir erlebte - diese blinde Wut über das, was passiert. Ich kann nicht verstehen, dass die Welt im Moment so unglaublich brutal ist, oder dass es einen so starken Glauben gibt, den wir teilnahmslosen Briten nicht einmal annähern verstehen können." Jonathan Higgs

Das ist vielleicht auch der Punkt, der Everything Everything noch besser, noch innovativer und unberechenbarer macht als je zuvor. Der Blick auf das, was sich da vor ihrer und unserer Haustür abspielt. Wut, Ignoranz, Intoleranz und Tatenlosigkeit, die großen Leiden einer modernen Gesellschaft, die viel zu oft weg schaut, als das sie sich aufregt. 

Everything Everything haben mit "Get To Heaven" etwas ganz Großes geschaffen. Dabei wird Schubladendenken sofort pulverisiert. Die Jungs machen ihrem Namen musikalisch alle Ehre und werfen sämtliche Stile in einen Topf, rühren mit dem monströsen gesellschaftskritischen Zeigefinger einmal kräftig um und kredenzen uns ein fabelhaftes Werk. Eine Abbild zeitgenössischer Kultur von Innovationskünstlern mit Instinkt und einem bemerkenswertem Selbstverständnis:

"Wir müssen uns nicht mehr damit begnügen, eine Gitarren-Band zu sein. Wir sind jetzt einfach Musiker".

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