Asphalt Massaka 3

Farid Bang - Asphalt Massaka 3

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Farid Bang legt weiter fleißig vor: Nur ein Jahr nach seinem letzten Album "Killa" veröffentlicht der Banger-Musik-Chef seine achte Platte "Asphalt Massaka 3", die im Titel wieder mal auf sein 2008er Debüt verweist. Wem der Titel noch nicht Zaunpfahl genug ist, für den gibt der Opener "Asozialer Marokkaner" die Richtung vor: asozial eben.

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Farids zentrale Themen sind Todesdrohungen, Pumpen, harter Sex und ähnlicher Gangsta-shit, der 28-Jährige denkt bevorzugt mit dem Bizeps, inszeniert sich als der "Härteste im Land" und ruft politisch unkorrekt den "Totalen Beef" aus. Diesen großen Worten lässt er, nun ja, Worte folgen: "AM3" ist ein Diss-Fest erster Güte, der Banger teilt gegen alles und jeden aus, ungeachtet der gesellschaftlichen oder kulturellen Relevanz des Opfers.

Ganz besonders scheint er es auf Mok, Kitty Kat und Fler abgesehen zu haben. Bis auf letzteren sind die Gründe dafür etwas unklar, ist aber auch egal, denn Farid folgt seiner eigenen Logik: "Viele fragen sich, warum ich Rapper disse", erklärt der Rapper im Intro von "Regel Nr. 6". "Die Antwort ist ganz einfach: weil sie Mütter haben." Ah ja.

Auch musikalisch oder technisch kommt bei "AM3" nicht wirklich was Neues bei rum. Der in Spanien geborene Düsseldorfer marokkanischer Abstammung hat auf seinem sechsten Soloalbum (zwei Kollabo-LPs hat er mit Kollegah veröffentlicht) zwar eine Reihe nicht unbekannter und auch nicht untalentierter Deutschrap-Produzenten an Bord (Abaz, B-Case, Jumpa, Juh-Dee), die Beats sind aber nicht unglaublich kreativ oder innovativ. Hat man alles irgendwo schon mal gehört.

Die 14 Tracks gehen erwartungsgemäß gut nach vorne und die Instrumentierung ist betont gewichtig, auf Dauer ist diese Auf-die-Fresse-Mentalität aber ein bisschen anstrengend. Der Titelsong wartet mit ein paar gelungenen Doubletime-Passagen auf, generell wird das Versmaß aber gerne mal zurechtgebogen, um den harten Punchlines Platz zu machen.

Mit seinem Asi-Rap-Style fährt Farid Bang bekanntermaßen gut (seine letzten beiden Alben charteten auf der Eins), man muss das Hirn aber schon bewusst ausschalten, um "Asphalt Massaka 3" genießen zu können. Mit seinem Buddy Kollegah, dessen öffentliche Person zwar nicht minder asozial ist, der aber mit "King" eines der stärksten deutschen Gangsta-Rap-Alben 2014 vorgelegt hat, kann Farid eindeutig nicht mithalten. Und können wir die armen Mütter nicht endlich mal aus dem Spiel lassen? Die haben doch niemandem was getan.

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