Knietief im Dispo

Knietief im Dispo

Fehlfarben

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Die Fehlfarben gehörten einst zu den Vorreitern der deutschen Punkbewegung. Ihr Debut "Monarchie und Alltag" war für viele Inspiration und Lebensmotto zugleich. "Knietief im Dispo" kehren die Fehlfarben mit einem neuen Werk und Tour zurück.

Als Sänger Peter Hein die Band verließ, gingen die späteren Alben der Fehlfarben nach "Monarchie und Alltag" irgendwie unter. Seit vergangenem Jahr treten die Fehlfarben wieder nahezu in Originalbesetzung mit Peter Hein, Thomas Schwebel, Uwe Jahnke, Michael Kemner, Frank Fenstermacher und Kurt Dahlke an. Nur Saskia von Klitzing am Schlagzeug ist neu hinzugekommen. Es sind zwei Jahrzehnte vergangen, seit die die Band mit "Es geht voran" noch Hausbesetzer-Hymnen sangen und damit im Strudel der NDW versehentlich in die Charts gespült wurden. Ein Stück, das sie heutzutage verachten. Die Fehlfarben waren nie dafür bekannt, dass sie optimistisch und blauäugig durch die Welt rennen, sondern mit klarem Blick und dem Willen auch dahin zu gehen, wo`s weh tut. Hein spricht unverblümt aus, wie es um die Welt wirklich steht. Nämlich: Ziemlich schlecht. Und wenn man ihn wieder so leidenschaftlich Gift und Galle spucken hört, dann weiß man, wie wichtig so einer ist. Einer, der einem keinen Scheiß erzählen will. Aber auch einer, dem der erhobene Mittelfinger wichtiger ist, als der Zeigefinger. Alle, die dieses wichtige Kapitel deutscher Musikgeschichte verpasst haben, sei ein Konzert der Fehlfarben ans Herz gelegt, um sich live anzuschauen, wie man auch in reiferem Alter gepflegt rebelliert und dabei auch noch gute Musik macht. (os)

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