Xenophonie

Xenophonie

Fehlfarben

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Düsseldorf und seine Erstligisten. Die Fortuna kehrt 2012 in die erste Bundesliga zurück. Die Toten Hosen feiern ihr 30-jähriges Jubiläum. Mit "Xenophonie" melden sich nun auch die Ur-Punks Fehlfarben zurück. Und die spielen weiterhin in ihrer eigenen Liga.

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Auch "Xenophonie" wird die Vergleiche und Verweise zum dem Debütalbum von 1980 aushalten müssen. So wie alle Alben der Fehlfarben im Schatten von "Monarchie und Alltag" stehen. Peter Hein findet das ermüdend, und singt bei "TCM (Polychemie)" von einem „Frühwerk am Hals wie ein Mühlstein“. Jan Müller (Tocotronic) zieht im Info den Vergleich zu einem Orden, den man nirgendwo anders als an der Brust tragen soll. Recht haben beide.

"Xenophonie" widmet sich wieder dem Hier und Jetzt, so wie es bei Fehlfarben, die sich 1979 in Düsseldorf gegründet haben, die Tradition ist. Peter Hein spricht immer noch leidenschaftlich nörgelnd an, was vielen zu ungemütlich ist. Niemals altklug oder verbittert, sondern mit wachem Verstand und Platz für Humor zwischen all der Kritik. Wie bereits bei "Glücksmaschinen" hat man sich für diese 11 Songs mit Moses Schneider im Studio verschanzt, der den Fehlfarben den Sound treffend ungeschliffen wie kompakt eingestellt hat.


Hein & Co. sind erneut unbequem, treibend und nicht zuletzt eingängig, frisch und rockend. Selbst wenn sie einem den knapp 10minütigen "Herbstwind" oder ein nerviges Saxophon ("Lang Genug") um die Ohren blasen. Eben darin liegt die Stärke bei „Xenophonie“. In seinem sympathischen Unbehagen und seiner eleganten Dringlichkeit. Und damit bleiben Fehlfarben auch im Jahr 2012 aktuell und wichtig.

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