Glück ohne Scherben

Ferris MC - Glück ohne Scherben

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Ruppig, heftig und rockig geht's zu auf "Glück ohne Scherben", aber für Samthandschuhe war Ferris MC ja noch nie bekannt.

"Ich bin zurück, endlich zurück aus der fensterlosen Zeit" - Er habe sich bei seinem neuen Album, immerhin dem ersten seit elf Jahren, wieder wie ein Newcomer gefühlt, sagte der Rapper kürzlich über die erneute Solo-Arbeit. Dem Ergebnis hört man das aber ganz und gar nicht an, denn Ferris tobt sich auf "Glück ohne Scherben" - seine sechste Solo-Platte nach 20 Jahren im Game - sicher und souverän aus und macht hörbar ganz genau das, worauf er Bock hat.

Der dramatische Titelsong drückt gehörig auf die Tränendrüse, "Roter Teppich" ist ein krachendes Rockbrett, "Spieler" geht mit mit hohem Tempo gut nach vorne und liegt dabei mit funky Bläsersamples voll im 70s-Trend, "Monstertruck" bietet Hamburger Punk und "All die schönen Dinge" und "Mein Raumschiff" erinnern mit Synthie- und Elektro-Sounds noch am ehesten an den derzeitigen Deichkind-Style (wo Ferris seit 2007 Mitglied ist).

Ein eindeutiges Highlight ist das Eko-Fresh-Duett "Kill Kill Kill", dessen straighte Rap-Strophen über 8Bit-Videogame-Fiepsen und rumpelnde Drumbeats in eine gitarrengetriebene Stadion-Hook leiten.

Review & Download: Deichkind - "Niveau Weshalb Warum"

Kurz gesagt: Der 41-Jährige liefert eine wilde Mischung unterschiedlichster Genres und Stile, die er selbst treffend "Brachial-Pop" nennt. Straßenrap- und Boombap-Fans lassen wohl lieber die Finger vom neuen alten Ferris MC, Freunde gepflegter norddeutscher Rauhbeinigkeit dürfen aber gerne beherzt zugreifen. Und mitgrölen.

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