Figurines

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Einst stellten sich die Figurines als muntere Verwalter des Indierocknachlasses der Neunziger vor. Dann entdeckten sie Langsamkeit und Opulenz, schufen ein Monument - und verzweifelten und zerbrachen fast daran. Selbstbetitelt und mit neuem Mut kehren sie nun zurück.

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"Shake A Mountain" und "Skeleton", die ersten Alben der Figurines, waren Sammlungen kleiner Hits die vor allem ihre charmante Hektik auszeichnete. Die Band um Sänger Christian Hjelm trug ihre Indiepopvariation vor, wie andere vielleicht mit frisch entnommenen Organen von OP-Tisch zu OP-Tisch laufen. Nur keine Pause, nur kein Stillstand, das hier kann Leben retten. Dann kam "When The Deer Wore Blue" - ein schönes, gelungenes, ausformuliertes, angekommenes Album, das den Verlust dieser Unmittelbarkeit markierte und nicht ausgleichen konnte.

Glaubt man dem Albumtitelorakel, dann steht die Selbstbetitelung für eine neue Konzentration, eine Besinnung auf den Kern des eigenen Schaffens, ein Wiederentdecken alter Stärken in neuen Zusammenhängen. Figurines sind nun nur noch zu dritt, und als Trio probieren sie, die bisher probierten Ansätze unter einen Hut zu bringen. Noch immer verliebt in Harmoniegesang und Strandpop, lassen sie ihr viertes Album jedoch wieder Fahrt aufnehmen.

"Figurines" ist voll von kleinen Hits und großen Gesten, von alten Stärken und neuen Ideen. Mitunter bremst sich die Band noch selbst aus, doch angesichts schmucker Herrlichkeiten wie "Free Today" und "New Colors" darf man der Band also getrost und bestens gelaunt das Ende einer Krise bescheinigen. Und die noch nachgereichte Live-EP "Five Songs Recorded Live At Vega, Copenhagen" beweist, wie gut sich die neuen Stücke mit den alten Tollheiten vertragen.

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