Fischerspooner - Sir

Fischerspooner - Sir

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Exzentrisch und erotisch: Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das New Yorker Künstler,- und Performance-Duo Fischerspooner auf seinem neuen elektroverspielten Album “Sir”.

Der erste Track „Stranger Strange“ klingt wie eine skelettierte und seltsame Version eines Frühwerks von Depeche Mode und dieses Spiel mit Minimal-Synth, repetetiven Sequenzerläufen und EBM-Techniken betreibt Fischerspooner auf dem ersten Album seit neun Jahren bis zum Exzess.

Genres bis auf ihr Knochengerüst auszuziehen und den Hörern in einer nackten, rohen Variante vorzuwerfen, ist eine Spezialität des Duos: So klingt „Togetherness“ beispielsweise wie eine reduzierte R&B-Hymne – „Let me see you stripped“, wie Depeche Mode wohl sagen würden. Das Innere und das Äußere als Gegensatz ist auch der große Leitfaden auf „Sir“ und die musikalische Inszenierung unterstreicht dies.

Seit dem Electroclash-Club-Hit „Emerge“ verbindet man mit Fischerspooner auch immer schweißtreibende Tanzbarkeit und auch diese Qualität ist auf „Sir“ zu finden: „Everything Is Just Alright“ ist solch ein Track. Was den neuen Songs allerdings fehlt, ist der frühere Schmutz, der nun einem Schutz gewichen ist.

Die Produktion ist glatter und gefälliger geworden, so dass sich Fischerspooner nicht nur einem queeren Publikum, sondern einem allgemeineren präsentieren möchte. Mitproduziert und mitgeschrieben wurde das Album übrigens von Michael Stipe (R.E.M.) und zum Album gibt es eine Ausstellung im Wiener MUMOK, was eventuell auf diese Strategie hindeuten könnte.

Das Provokante hat sich Fischerspooner jedoch durchaus bewahrt, was in dem kontroversen-überbordenden Video „Top Brazil“ im Überfluss zu sehen ist.

Tracklist

  1. Stranger Strange
  2. TopBrazil
  3. Togetherness (Feat. Caroline Polachek)
  4. Everything Is Just Alright
  5. Have Fun Tonight
  6. Discret
  7. Strut
  8. Get It On
  9. I Need Love
  10. Butterscoth Goddam (Feat. Johnny Magee)
  11. Dark Pink
  12. Try Again (Feat. Andy LeMaster)
  13. Oh Rio (Feat. Holly Miranda)

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