Neurosenrodeo

Neurosenrodeo

Fitness

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Gitarre. Schlagzeug. Bass. Mit seiner kargen Instrumentierung bekennt sich das Kölner Trio Fitness zum Shellac´schen Minimalismus – und beweist, dass Altbewährtes seine Wirkung nie verliert.

Nach zwei EPs präsentieren die Rocker nun das erste vollwertige Album auf eigenem Label: „Neurosenrodeo“ ist ein musikalischer Parforceritt, der den Hörer vom ersten Ton Sattelfestigkeit abverlangt. Fitness geben ihrem adrenalintrunkenen Vollblut kompromisslos die Sporen. Rock ist halt kein Pferdchenkarussel. Im Noisegewitter paroliert Sänger Armin Billens Notizen innerer Zerrissenheit, bewegt sich zwischen kühler Beherrschtheit und Gefühlsausbruch. Das Vokabular ist schlicht doch vieldeutig. Druckabfall bedeutet retardierendes Moment, Zitate ironischer Seitenhieb. Hier treffen Helmet auf McLusky - und dennoch bleibt das Ganze erfrischend unberechenbar. Nach 40 Minuten und acht Sekunden gibt der wütende Hengst nur noch ein erschöpftes Schnauben von sich. Was bleibt, sind schweißgetränkte Achseln, drohender Kater in den Hörmuskeln und ein wohliges Gefühl der Nostalgie: Fitness füllen die Lücke, die Bands wie Surrogat hinterlassen haben. Nochmal, bitte! (mw)

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