Fler - Colucci (Artwork)

Fler - Colucci

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Fler scheint seine Deutschrap-Bekehrungsreise aufgegeben zu haben und liefert stattdessen ein stringentes Album, das unter seiner eigenen Länge leidet. 

"Vibe", "Flizzy", "Colucci" - nicht nur die Titel der drei letzten Fler Alben fühlen sich wie eine Einheit an, sondern auch die Musik. Die insgesamt fünf Videoauskopplungen haben bereits aufgezeigt, wohin die Reise geht: Fler hat - vermutlich mal wieder aus Frust über die deutsche Fanszene - zunächst aufgegeben, seinen Hörern etwas Neues beibringen zu wollen und stattdessen sein aktuelles Soundbild auf ein allgemein verständliches Level zurechtgestutzt. 

Und hier liegt das Problem von "Colucci". Flers Stil macht Spaß - dafür sind Flow, Stimme und Texte verantwortlich. Die musikalischen Experimente und wirklichen Fortschritte vermisst man dieses Mal aber vehement und so stellt sich besonders in der zweiten Hälfte des Albums eine gewisse Repetition ein. Für dieses Album gilt das, was man für viele Deutschrapalben der vergangenen Monate als Faustregel formulieren kann: 12 Tracks hätten wesentlich besser funktioniert. Aber Fler ist und bleibt eben Geschäftsmann. 

Seine zweite Aufgabe erfüllt das Album einwandfrei. Maskulin-Signing Mosenu wird dem breiten Publikum gleich auf sechs verschiedenen Tracks vorgestellt und macht direkt deutlich, warum eigentlich niemand mehr Adel Tawil Features braucht. 

Man muss Fler lassen, dass er hält, was er verspricht. "Colucci" liefert modernen Sound und bringt einen Teil der alten Härte zurück. Fler hat als einer der wenigen Künstler verstanden, wie sich der amerikanische Sound ohne Fremdscham auf den deutschen Markt übertragen lässt - auf einigen der Tracks wird er jedoch zur langweiligen Kopie seiner selbst. 

Fler ▷ Bio, Songs, Alben, Download & Tour

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