Cosmogramma

Cosmogramma

Flying Lotus

Redaktionswertung: 
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Mit seinem Debütalbum „Los Angeles“ hat Steven Ellison alias Flying Lotus ein großes musikalisches Versprechen auf die Zukunft abgegeben. Seine scheppernden Breakbeat-Tagträume waren radikal anders und begeisterten Dubstep-, Hip-Hop- und Electronicafans. Mit „Cosmogramma“ schickt sich Ellison an, sein Versprechen einzulösen.

Ellison, dessen Tante Jazz-Legende Alice Coltrane ist, wurde für „Los Angeles“ mit Lob überhäuft. Thom Yorke von Radiohead lobte seine Tracks überschwänglich, Radio-Djane Mary Anne Hobbs bezeichnete ihn als Hendrix seiner Generation. In der Tat kann man Ellisons Umgang mit den digitalen Produktionsmöglichkeiten nur als virtuos bezeichnen, während Edel-Fan Yorke direkt für einen gemeinsamen Track ins Studio geholt wurde.

„Cosmogramma“ raschelt und zischt, schlingern und stolpert in ganz eigenen Sphären. Immer wenn Ellison die Lust an einer Idee zu verlieren scheint, macht er eine gewagte Pirouette und lässt den Track in eine andere Richtung ausfransen. In seinen teilweise sehr kurzen Exkursionen driftet Ellison in den Jazz ab, lässt dann den Bass dubsteppig Richtung Tanzfläche hüpfen oder schraubt an lärmig schrammelnder Electronika. Langweilig wird sein „Cosmogramma“ nie, hält für jeden Durchlauf neue Lieblingsstellen bereit.

Dieses Album würde sich als Soundtrack eines Science-Fiction-Films der Nouvelle Vague sehr gut machen. So wie „Cosmogramma“ hätten sich Godard und Co. den Sound für die Zukunft in den Sixties gewünscht, der allerdings auch 2010 noch seiner Zeit voraus ist.

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