Until The Quiet Comes

Until The Quiet Comes

Flying Lotus

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Hoffentlich kommt die Stille nicht so bald, und Flying Lotus schenkt uns noch mehr Musik! Wie kein Zweiter schafft er es Jazz, Soul, Electronica und den allmächtigen Funk zusammen zu denken und in Umlaufbahnen zu schicken, in denen auch sein angebliches Alter Ego Captain Murphy Schnappatmung bekäme. Da macht „Until The Quiet Comes“ keine Ausnahme.

„Until The Quiet Comes“ könnte aber auch für die plötzliche Aufgeräumtheit in Fly Los Tracks stehen. Thundercats warme, jazzige Basslines, auf die sich Flying Lotus in fast jedem der 18 Tracks verlässt, sind die Richtschnur, an der sich synkopische Jazz-Grooves entlang hangeln, die einen nicht mehr in jedem Moment von ihrer Genialität überzeugen müssen. Tracks wie „Roaring Closet“ klingen als würde Steven Ellison jeden Sonntag zum gemeinsamen Jazzkränzchen laden - zu Knabbern gibt es Space-Cookies, und statt auf einem Drumset werden die Grooves auf der MPC gebastelt.

Entschlackt von allem Überflüssigen – sieht man einmal von Thom Yorkes Beitrag auf „Electric Candyman“ ab, der im Gegensatz zu Erykah Badus Auftritt vor allem einem dient: Namedropping – klingt „Until The Quiet Comes“ noch stärker nach dem Soundtrack zu einer Comic-Serie, irgendwo zwischen Captain Future, Akira und Family Guy. Womit man wieder bei Captain Murphy wäre, der ja nicht nur eine Comicfigur ist, sondern eben auch ein Rapper dessen Identität bisher ungeklärt, seine Zugehörigkeit zu Flying Lotus' Brainfeeder Universum aber unstrittig ist. Wer weiß, vielleicht steckt am Ende Fly Lo selbst dahinter und haut nach diesem Meisterwerk des abgedrehten Funk gleich das nächste Album hinterher. Solange bloß keine Stille einkehrt, ist alles gut. (Bei „Between Friends“ handelt es sich übrigens um einen Track, der nicht auf dem Album enthalten ist)

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