Faces of the Night

Faces of the Night

Flying

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Sie sind ziemlich "artsy", tragen nerdige Haarschnitte und zaubern experimentelle Folk-Klänge. Bei Flying denkt man erstmal unweigerlich an eine Truppe singender Waldorfschüler. Sind sie nicht. Dafür aber das "Next Big Thing" aus Brooklyn.

Dass in Brooklyns Musikszene mehr abgeht als im benachbarten Manhattan haben Bands wie Clap Your Hands Say Yeah oder We Are Scientists längst beweisen können. Zum bunten Brooklyner Indie-Reigen gesellt sich nun noch das bislang eher unbekannte Boy-Boy-Girl-Trio Flying. Die haben gerade ihr zweites Album "Faces of the Night" in der Pipeline, mit Folk-Knallern wie "Stains".

Gleich den bunten Flittern beim Drehen eines Kaleidoskops schichten Flying die einzelnen Melodie-Fragmente übereinander. Über die watschende Wah-Wah-Gitarre legen sich in schleppendem Rhythmus die zarte Stimme von Sara Magenheimer und, etwas tiefer, die ihres Kollegen.

Während der Song so langsam vor sich hin rumpelt, erinnert man sich plötzlich an die schier endlosen Nachmittage der Kindheit - Stunden zwischen Barbie-Traumschiff, He-Man und dem Autoteppich - als Zeithaben noch nichts mit Dekadenz zu tun hatte. Mit dem Song ist es übrigens wie mit den echten "Stains" (zu dt. Flecken). Man kriegt ihn ziemlich schlecht wieder raus.

Julia Wilczok / Tonspion.de

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