Total Life Forever

Total Life Forever

Foals

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Mit dem Debüt „Antidotes“ gehörten die Foals zu den Gewinnern des Jahres 2008. Jene, die diesen Wahnsinn und Hype um die Fünf aus Oxford nicht auf Anhieb verstanden, sind nun schlauer: Der Nachfolger „Total Life Forever“ hat Fans überraschen und Skeptiker überzeugen können.

Nach eigener Aussage finden die Jungs nie den Punkt, an dem ein Song in ihren Ohren fertig, er ihrer Meinung nach wirklich gut ist. Dass die Zeit im Studio so lang und äußerst anstrengend für die Foals werden kann, ist offensichtlich. „Spanish Sahara“, der Song bzw. das Video, der im Vorfeld der Veröffentlichung ihres neuen Albums durch das Netz rotierte, deutete bereits an, dass die Briten nun mit anderen Parametern arbeiteten, um jenem Punkt näher zu rücken.

"Total Life Forever" ist von den einzelnen Songstrukturen her etwas einfacher und eindeutiger geworden. Etwas mehr Elektronik, weniger Geboller, nicht nur zackiges Gitarrengepicke, sondern auch mal sphärische Flächen und rotierende Räume tragen Parts oder gar ganze Songs. Mathematisch präzise bleiben die Foals dann dennoch in jedem ihrer Songs, wenngleich sie mit diesem von ihrem Debüt bekannten Ansatz weitaus subtiler hantieren. Ihre eingesetzen Sounds versuchen immer anders zu sein, werden deshalb durch Effektgerätschaften geschoben, allerdings nicht um des Effektes, sondern um des guten Klangs am Ende dieser Kette willen.

Die Foals handeln heute weniger theoretisch, kümmern sich mehr um den Ausdruck und den Moment, sind weniger hektisch als vielmehr besinnlich in ihrem Kosmos zugange. Und so hieven sich die Briten eigenmächtig aus der Debüt-Schublade heraus und vermeiden den Schlamassel der eigenen Wiederholung. Sollen die anderen doch auf den alten Zug der Afro-Beats aufspringen. Die Foals haben ihren persönlichen Absprung geschafft, in jedem Song - und das auch noch stets zum richtigen Zeitpunkt. 

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