Frank Witzel "Erfindung der RAF"

Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

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Preisgekrönt als Roman und als Hörbuch trotz des marketingtechnisch unmöglichen Titels: Frank Witzels 800-Seiten-Wälzer als kostenloses Hörbuch verspricht eine faszinierende Reise in die Geschichte der BRD und in die Geschichten eines Jugendlichen.

Welcher Jugendliche aus den Achtziger Jahren kannte sie nicht: Die schwarz-weißen Fahndungsplakate nach den RAF-Terroristen. Die geheimnisvoll-gefährlichen Gesichter einer Gudrun Ensslin und eines Andreas Baader haben sich einer ganzen Generation eingeprägt.

In "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ geht es dabei um mehr als die Entstehung von Terrorismus, es geht um Politik und Provinz, um Popmusik und Poesie – kurz um den Alltag und das Innenleben eines Teenies zwischen Spießigkeit und Rebellion.

Die Erklärung der Vergangenheit beleuchtet damit auch die Gegenwart, in der es immer noch um Probleme wie Terrorismus, Religion, Kapitalismus und Nationalsozialismus geht. Der Roman beschreibt damit auch das Ende einer unschuldigen Zeit, in der man als Teenie lebt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Während der Roman 2015 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, ehrte man das Hörbuch 2017 mit dem Deutschen Hörbuchpreis. Produziert wurde es vom Bayerischen Rundfunk, der Autor Witzel liest nicht nur, er bearbeitete es selbst und sorgte für die Musik.

Gerade Musik spielt in "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ auch eine große Rolle: Sieh hilft dem Protagonisten bei seinem Ausbruch und seiner Suche nach Identität. Und das ist auch bis heute so geblieben.

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