The Fratellis – In Your Own Sweet Time

In Your Own Sweet Time

The Fratellis

Redaktionswertung: 
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sehr gut

Mit verspieltem Indie-Glam-Rock und Post-Britpop fraternisieren The Fratellis auf ihrem fünften Album voller Ohrwürmer, die wie ansteckende und anfeuernde Indie-Hymnen über die Zuhörer schwappen.

Das Album beginnt mit Falsetto-Gesang und einem funkig-frechen Hybrid aus T. Rex und Prince, begleitet von Piano-Klängen: Der Song „Stand Up Tragedy“ gibt den Anstoß für insgesamt elf Freunde bestehend aus energiegeladenen Tracks voller spürbarer Spielfreude. Jon Fratelli sagt dazu: „That song might sum up this record in a lot of ways. (...) Even just using that type of voice, it can’t help but be fun. And it kind of set a tone.” 

Und in der Tat, der Eingangstrack gibt den Ton für ein Album an, das zwar mit Fußball-Metaphern besonders schön zu fassen ist, aber darüber hinaus viele musikalische Bewegungen aufnimmt, wie zum Beispiel Sixties Mersey Beat in dem lässig schlendernden "Sugartown", psychedelischer Seventies-Rock in "Advaita Shuffle" oder Neunzigerjahre Acid-Indie im Stile Primal Screams bei "I Guess... I Suppose".

Video: Starcrossed Losers

Auf „In Your Own Sweet Time“ kicken die drei Fratelli-Brüder leidenschaftlich mit ihren britischen Musikvorbildern und Mannschaftskollegen The Libertines, The Kinks, Slade, The Who sowie den Sitar verliebten Beatles und versenken einen Song nach dem anderen im Tor – auch wenn sie als Schotten den Engländern im Fußball eigentlich traditionell eher feindselig gegenüber stehen müssten.

Doch wir sind hier immer noch im Spielfeld Musik und diese hat besonders bei den Fratellis integrative Kraft. So ist ihr bislang größter Hit „Chelsea Dagger“ bis heute oft auf fremdem Rasen zu hören, denn er ist die Torhymne des an Toren nicht gerade armen FC Bayern München.

Und das Trio zeigt auf seinem fünften Album ebenfalls, dass die schönsten Treffer die spontan wirkenden und gelassenen sind. Ihre Songs voller Funk, Frische und fiebrigem Gitarrenspiel kommen dann auch exakt aus der Tiefe des Raums – präzise und entspannt zugleich.

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