Frida Gold - Alina

Alina

Frida Gold

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Deutschsprachige Musik hat trotz vieler Lichtblicke immer noch einen schlechten Ruf. Frida Gold zementieren diesen.

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Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass Frida Gold all das auf den Punkt bringen, was die deutsche Popmusik zur Zeit falsch macht. Soll es ein schneller, tanzbarer Song sein, gibt es lediglich bassige 4/4-Beats mit uninspirierten Electro-Melodien, wird die Gefühlskeule geschwungen, säuseln sich die Songs über ein monotones Piano oder eine gezupfte Akustik-Gitarre in die absolute Bedeutungslosigkeit.

Über die Texte sollte man auch besser den Mantel des Schweigens hüllen, inhaltliche Tiefe sucht man auf „Alina“ vergeblich. Beinahe jeder Song möchte ein komplexes Gefühlskonstrukt verhandeln, scheitert aber an den bereits tausendmal gehörten Phrasen (Beispiel: „Es ist vorbei - bye, bye“ in „Burn the Boats“).

Warum das Album wie Sängerin Alina heißt, wird damit begründet, dass sie sich auf der Suche nach sich selbst befindet und so stellvertretend für alle steht, die ebenfalls auf dieser Reise sind. Dies erklärt dann auch die ich-bezogenen Songs, an der Gefühlswelt wird aber letztendlich doch nur oberflächlich gekratzt.

Ein bisschen feministische Haltung muss natürlich auch noch sein, Beyoncé hat es schließlich vorgemacht: „Das geht raus an meine Schwestern, Competition - die war gestern“ singt/rappt Alina in „Rebel in Chanel“. Das lassen wir mal so stehen. Genau wie den Umstand, dass sich Alina für die erste Single „Langsam“ dann doch lieber auszog. Sie befindet sich schließlich gerade auf der Suche.

Frida Gold - Langsam

"Alina" von Frida Gold erschien am 30. September 2016 via Warner.

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