Küken des Orion

Küken des Orion

Frittenbude

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Frittenbudes viertes Album "Küken des Orion" ist ein Zusammenschnitt ihres bisherigen Schaffens. Zwischen absoluter, konfettigeschwängerter Ekstase und adoleszenter Zukunftsangst sprechen sie einer ganzen Generation aus der Seele.

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Credit: Paul Aiden Perry (via Audiolith Albumbemusterung)
Credit: Paul Aiden Perry (via Audiolith Albumbemusterung)

Foto: Paul Aiden Perry/Audiolith

Auch die größten Elektro-Punker und feierwütigen Wahlberliner werden irgendwann mal älter. Frittenbude geht es da nicht anders. Und wie es im Alter so ist: man zehrt von einer gewissen Erfahrung, die weitergegeben werden will.

Nach "Nachtigall", "Katzengold" und "Delfinarium" führen uns Martin, Johannes und Jakob mit "Küken des Orion" weiter durch ihren ganz eigenen Elektro-Punk-getränkten Zoo possierlicher Tierchen.

Sprachrohr einer Generation

In einer Generationen erwachsen geworden, denen alle Möglichkeiten offen stehen, im absoluten Überfluss der Alternativen, besingen Frittenbude den Hedonismus in Reinform. Spaß ist die Devise, Leben erleben ohne an das Morgen denken zu müssen. Das haben Frittenbude seit mittlerweile knapp zehn Jahren zelebriert und auf ausufernden Abrisskonzerten vorgelebt. Doch wie auch schon auf ihrem Vorgängeralbum schlagen die Jungs vermehrt auch nachdenkliche Töne an.

"Was helfen Worte und Reden, man muss das Leben schon spüren."

Erwachsen, nein Danke

Sind Frittenbude erwachsen geworden? Zwischen geschmacklich streitbarem Sprechgesang auf knarrigen Elektrobeats verstecken Frittenbude ihre Botschaften mittlerweile subtiler.

Weniger straight ins Gesicht kommt in "Was am Ende bleibt" mit Unterstützung von Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow ihre philosophisch angehauchte Seite zum Vorschein. "Was am Ende bleibt, das zeigt uns die Zeit.".  

Die absolute Eskalation, der Rave in Reinform wird bedachter eingesetzt. Live ist der Mix aus wummernden Bässen, schwitzenden Körpern und der "heute verlieren, morgen verlieben" Attitüde, wie in "Stürzende Helden" noch immer so gut wie früher.

Wohin führt nun also diese Straße? Das fragen sich auch die Wahlberliner, die vor knapp zehn Jahren aus der Bayerischen Provinz in Deutschlands Partyhauptstadt gezogen sind. Wir werden alle ein Stückchen weiser sein, wenn Frittenbude irgendwann ihren nächsten Longplayer raushauen und der Generation der 20-30-Jährigen erzählt, was bei ihnen abgeht.

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