Artificial Sweeteners

Artificial Sweeteners

Fujiya & Miyagi

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Fünf Alben in knapp fünfzehn Jahren Bandgeschichte zeugen von einem sehr relaxten Verhältnis zum schnellebigen Popbusiness: mit "Artificial Sweeteners" präsentieren Fujiya & Miyagi einmal mehr tanzbaren Krautrock mit langer Halbwertszeit.

Das aus Brighton stammende Trio wendet sich auf "Artificial Sweeteners" wieder seinen Kernkompetenzen zu, die es beim letzten Album "Ventriloquizzing" für ein ziemlich krudes Konzept inklusive Banddoppelgänger und starker Verdüsterung der Musik vernachlässigt hatte.

Das "künstlich gesüßte" neue Werk baut auf den typischen abgehangenen Beats auf, die man mit einem langen Güterzug vergleichen kann, der schier endlos vorbeirauscht und man fasziniert jeden einzelnen Waggon registriert. Ein Album für Kraftwerk-Fans und Trainspotter also?
Nicht nur: Für Abwechslung im minimalistisch-repetitiven Trademark-Sound von Fujiya & Miyagi sorgen Verweise ins komplette Dance-Archiv, in dem die Tüftler Steve Lewis, Matt Hainsby und David Best dieses Mal besonders tief gegraben haben: Von basslastigem Disco á la Chic ("Little Stabs At Happiness") über Anleihen bei Detroit-House ("Acid to my Alkaline") und Italo-Disco ("Daggers") ist alles dabei, was die Herzen der ClubberInnen erfreut und die Beine zum Tanzen bringt. Glasklar produziert, crisp und mit viel Spaß am suggestiven Loop: "I was right and you were wrong" raunt David Best mit seiner an den Sänger von Laid Back (genau, die mit "Baker Man") erinnernden Stimme im Hit "Flaws" so beharrlich, bis man ihm nur noch zustimmen kann.

"Artifical Sweeteners" hat deutlich mehr Nährwert und Langzeitwirkung als Sorbit und Saccharose - Zucker und Sahne für den Dancefloor!

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