Appendix

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Funkstörung

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Nachrufe haben einen faden Beigeschmack – da werden romantische Rückblicke aufgebauscht und nochmals die Relevanz des Künstlers erläutert. Doch wie soll man sich würdig von einem Projekt wie Funkstörung verabschieden, das sich im letzten Jahr auflöste?

Mit einem schmalzigen Nachruf á la: anfangs wurden sie als die deutschen Autechre unterbewertet, doch schnell etablierte das Duo einen eigenständigen, weitaus lebendigeren Stil, der sich am Ende sogar dem Pop öffnete. Nicht zu vergessen die zahlreichen Remixe für Björk, Nils Petter Molvaer oder Lamb, um nur drei herausragende zu nennen. Chris de Luca und Michael Fakesch beherrschten die geordnete Dekonstruktion von gängigen Pop- und Electronica-Formaten nahezu perfekt. Immer am Extremen tänzelten die beiden trotz aller Verschrobenheit zu funky Hip Hop-Beats und verfremdeten Schönklang. Daher waren Funkstörung ebenso schwierig wie eingängig in all den Jahren. Nun gehen beide Musiker getrennte Wege, haben zum Schluss noch eine Werkschau ausgewählter Remixe namens „Appendix“ veröffentlicht und wollen ihre Website als dauerhaftes Funkstörung-Archiv ausbauen und erhalten. Und da wird nochmals deutlich, dass sich Funkstörung nicht nur als Musikprojekt sondern als Kunst-Projekt verstanden haben, zu dem eben auch innovative Grafik, Web-Design und ausgeklügelte Videos gehörten. (jw)

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