Georgia – Seeking Thrills (Album Cover)
Act der Woche

Georgia - Seeking Thrills

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Glitzernder können die neuen goldenen Zwanziger nicht beginnen als mit dem neuen funkelnden Album von Georgia: Funkige, frickelnde, flirtende Beats vereinen sich auf dem Dancefloor in Euphorie und Empathie!

Die Londonerin Georgia sucht mit ihrem zweiten Album "Seeking Thrills" nicht nur den Nervenkitzel auf dem Dancefloor, sondern auch die Neugierde in der Disco: Abseits von ausgetretenen ausgetanzten Pfaden verschmilzt sie in ihren Tracks sophisticated Synthiepop mit unwiderstehlichem Electro.

Symptomatisch ist dabei der Song "About Work The Dancefloor", der ein wenig nach Robyn klingt und von Pitchfork zu einem der besten Songs 2019 gekürt wurde. Programmatisch ist auch "24 Hours", das zumindest wegen des Titels an die legendären "24 Hour Party People" aus dem "Madchester" der Neunziger erinnert, nun aber in der Partyszene Berlins wiedergeboren wurde. Das Alte mit Neuem mischen ist eines der vielen Talente Georgias, die die Tochter des Techno- und Trip-Hop-Pioniers Neil Barnes (Leftfield) ist und Session- sowie Tour-Drummerin bei Kate Tempest war.

Video: Georgia – 24 Hours

In diesem Sinn sagt Georgia auch selbst zu dem Album:

"It’s just about finding this feeling that makes you want to jump out and fuck it all and go seek a thrill".

Auf dem Cover sehen wir folgerichtig euphorische Teenies in der Ekstase und die Musik folgt dem Bild: Es geht ums Eintauchen in den Sound, die Euphorie beim Tanzen und die heilende Kraft aus all dem. Georgia gibt an, dass die Droge Dancefloor sie von den echten Drogen abgebracht habe – Musik erscheint hier also einmal mehr als Transformation und dass dies nicht schwermütig, sondern so schwerelos geschieht, ist das wahrlich Wunderbare an diesem Album.

Video: Georgia – Never Let You Go

Georgias Party ist eine nicht enden wollende Playlist aus Pop-, R&B- und Electro-Banger: Flirrende Synthieläufe treffen auf trockene Drums, die die leidenschaftliche Percussionist hier präzise und planvoll einsetzt, man spürt den Einfluss von Detroit Techno und den Eighties, so dass man zuweilen das Gefühl hat, verschollenen frühen Madonna-Songs aus Underground-Clubs zu lauschen. 

Mit ruhigeren Songs wie "Til I Own It", in der es um die Wohnungsmisere in London geht oder mit dem schleppenden "Mellow" featuring Rapperin Shygirl, zeigt Georgia zudem, dass es im Club auch zurückgenommen zugehen kann. "Work The Dancefloor" ist demnach keine falsche Grammatik, sondern echte Programmatik – Der Platz unter der Diskokugel beleuchtet damit einen Platz zur Selbsterforschung, zur Selbstheilung und auch zum Spaß haben.

Video: Georgia - About Work The Dancefloor

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