Gerry Cinnamon - The Bonny (Albumcover)

The Bonny

Gerry Cinnamon

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Im tief gespalteten Großbritannien versetzte er mit seinen sozialkritschen Indie-Folk-Hymnen Musikhörer in einen gemeinsamen Rausch. Nun steigt der Schotte Gerry Cinnamon mit seinem neuen Album "The Bonny" direkt auf Platz 1 der britschen Charts ein.

Mit einem Namen, der direkt aus dem nostalgischen Brit-Musik-Poesiealbum herausgeschnitten zu sein scheint, eroberte Gerry Cinnamon eine ganze Nation im Sturm: Der Künstlername des als Gerad Crosbie geborenen Gerry Cinnamon klingt nach Beatles-Strawberry-Sehnsucht und wie der Bruder der "Sally Cinnamon" von den Stone Roses

Die Musik bringt Folk und Singer-Songwriter-Kunst zurück, inklusive einer dezent gesetzten Infusion Indie-Rocks. Mit dabei sind zudem schwelgerische Melodien, Refrains zum Mitsingen in Pub sowie Stadion und eine Stimme, die roh und emotional zugleich klingt. Das Artwork mit schwarz-weißen Vintage-Fotos aus vergangenen englischen Tagen erinnert derweilen an den süßen Schmerz der Smiths und die sozialkritischen wie sympathischen Lyrics an Polit-Künstler wie Billy Bragg.

Video: Gerry Cinnamon – Where we’re going

Der charmante schottische Akzent Cinnamons lässt Erinnerungen an den Celtic-Pop der Proclaimers aufkommen, dem Sound merkt man an, dass er als Kind von der Musik seiner Eltern sozialisiert wurde und viel The Beatles, Bob Dylan oder Simon & Garfunkel hörte.

Später liebte Cinnamon Acts wie die bereits genannten The Stone Roses oder Oasis, von dessen Liam Gallagher er den Adelsschlag bereits verpasst bekam, denn er nannte ihn: "A top man doing supernatural things".

Video: Gerry Cinnamon - The Bonny

So wie die Einflüsse, so dann auch das Album "The Bonny": Generationenübergreifend gut. Denn dass die gute alte Mundharmonika und ein relativ altmodischer Sound mit semiakustischer Gitarre und einfachen Durmparts, die Herzen scheinbar aller eines derzeit ziemlich gespaltenen Landes derart rühren würde, ist eines dieser kleinen Musikwunder, die immer wieder aufblitzen.

So schaffte der 35-Jährige den Durchbruch in Großbritannien ganz ohne den Rückenwind eines großen Plattenkonzerns und quasi über Empfehlungen von Musikhörern, so dass sein selbstproduziertes Debüt-Album "Erratic Cinematic" (2017) es auf Anhieb auf Platz 17 im UK und in die Top Ten in Irland (Platz 8) und auf Nr. 3 in seiner schottischen Heimat schaffte. Cinnematic wurde im November 2019 dann schließlich der erste schottische Musiker ohne Plattenvertrag, der als Headliner den legendären Hampden Park in Glasgow bespielen durfte und innerhalb weniger Stunden ausverkaufte.

Video: Gerry Cinnamon - Sun Queen

▶ "The Bonny" von Gerry Cinnamon auf Spotify anhören:

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