New Year`s Eve EP

New Year`s Eve EP

Giardini Di Mirò

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Lange sind sie schon im Geschäft, die Italiener. In ihrer fast zehnjährigen Schaffensgeschichten haben sie die verschiedensten Soundgewänder für sich ausprobiert – nun haben andere für sie Maß genommen und etwas an ihnen herumgeschraubt.

Viele Bands treten in ihrem Lebenswerk stilistisch auf derselben Stelle. Auch wenn der Fortbestand des Erfolg dies vielleicht verlangt, sind jene im Grunde doch nur noch eines: langweilig. Giardini di Mirò sind so nicht. Müsste man sie mit einem Wort beschreiben, träfe nach kurzem Innehalten nur dieses: vielseitig. Ein Wort, das wertfrei bleibt, bis man es mit dem musikalischen Werdegang dieser Band füllt.

Dieser Weg ist bis heute ein weit verzweigter. Denn was 1998 als relativ wortkarges Postrock-Quintett begann, uferte weit und unaufhaltsam aus. Mal traumwandlerisch, mal zermalmend betraten Giardini di Mirò ein weites Feld, auf dem sie sich spielend weiterbewegten. Ihre Ausflüge endeten in Pop-Knackigkeit, Elektro-Knarzerei, Psycho-Elegien, Shoegazer-Ausbrüchen und noch ganz anderen Orten. Ein breit angelegtes Neuland, auf dem das fünfköpfige Chamäleon von Beginn an stets viel für das Remixerherz hinterlegt hat.

Nun verschenken Giardini di Mirò die New Year’s Eve-EP, auf der kräftig an ihnen herumgeschraubt wurde. Neben „No One’s To Blame“ wurde der Titeltrack des 2007 veröffentlichten Longplayers „Dividing Opinions“ in vier verschiedene Soundgewänder gesteckt. Maß genommen haben Mickey Eats Plastic, Offlaga Disco Pax, Mapstation und Isan, wobei speziell das letztgenannte Outfit dem Chamäleon gut zu Gesicht steht.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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