All Day

All Day

Girl Talk

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Gregg „Girl Talk“ Gillis unerschrockener Umgang mit Samples hat ihn zum bekanntesten Gesicht der Mash-Up-Kultur im Internet gemacht. Während andere auf ihrer Mash-Up-Vergangenheit eine florierende Karriere als Produzent "normaler" Musik aufbauen konnten, streitet Girl Talk weiter für den „fair use“ von Musik.

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373 Songs hat Girl Talk für „All Day“ gesampelt und daraus zwölf völlig neue Songs geschrieben. Das Ausgangsmaterial bleibt dabei stets kenntlich, und längst hat sich eine Gruppe gefunden, die auf Wikipedia alle verwendeten Samples benennt.

Denn Gillis macht sich im Vorfeld seiner Veröffentlichungen nicht die Mühe, auch nur eins der verwendeten Samples klären zu lassen. Girl Talk beruft sich stattdessen auf den im amerikanischen Urheberrecht formulierten Grundsatz des „fair use“. Weiß aber zugleich, dass er mit seiner Produktionsweise in einer Grauzone der Legalität operiert und nennt sein Label folgerichtig „Illegal Art“. Sein letztes Album „Feed The Animals“ erschien dort als „pay-what-you-want“-Veröffentlichung, „All Day“ ist komplett kostenlos erhältlich. Man kann nur mutmaßen, ob rechtliche Gründe dabei eine Rolle spielten.

Bei allem Wiedererkennungswert, den das Ausgangsmaterial von Girl Talks Arbeiten hat, funktionieren die Songs auf „All Day“ völlig unabhängig davon. Sein konsequenter Verzicht auf billige Effekthascherei, ohne den Grundgedanken des Mash-Up - möglichst unvereinbare Songfragmente zusammen zu denken – dabei aufzugeben, hebt seine Songs aus der Masse heraus. Einfacher: Große Kunst, egal ob legal oder illegal.

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