Feed The Animals

Feed The Animals

Girl Talk

Redaktionswertung: 
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Girl Talk alias Gregg Gillis ist der ungekrönte König des Mash-Ups. Er treibt das Prinzip auf die Spitze und schreibt seine Songs komplett auf der Basis von Samples. Dutzende von Samples, die er kunstvoll arrangiert ohne sie dabei unkenntlich zu machen.

Gillis ist ein Radikaler, der sich nicht darum kümmert, ob seine Samples auch als solche erkennbar sind. Ein typischer Vertreter der Postmoderne also, der aus bereits existierendem Material etwas Neues schafft. Dass er sich mit dieser Haltung nicht unbedingt zum besten Freund der Plattenindustrie aufschwingt, liegt auf der Hand. Passender dazu erscheinen seine Alben bei einem Label mit dem klangvollen Namen "Illegal Art".

"Feed The Animals" treibt nicht nur das MashUp-Prinzip auf die Spitze, es verleitet auch dazu, die bekannten und weniger bekannten Versatzstücke von Songs wie "Set It Off" zu benennen. Sport für Nerds, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle verwendeten Songs auf Wikipedia zu einem Katalog zusammen zu fassen, den Girl Talk mit dem physischen Release des Albums nachreichen möchte.

Unter den gesampelten Künstlern befinden sich auch Radiohead, mit denen Girl Talk noch mehr gemeinsam hat als einige Takte aus "15 Step". Die digitale Version von "Feed The Animals" wird nach dem gleichen "pay-what-you-want"-Prinzip vertrieben wie sie bei „In Rainbows“ zur Anwendung kam. Zahlungsunwillige können auch hier eine schwarze Null eintragen und das Album in ganzer Länge und sehr guter Qualität downloaden.

Florian Schneider / Tonspion.de

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