Plan Your Escape

Plan Your Escape

Girls In Hawaii

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Es gibt diese "Hab ich schon mal gehört"-Bands, die diesen Status irgendwie nicht entkommen können, es aber verdient hätten. Hier ist eine von ihnen. Nach vier Jahren Pause haben Girls In Hawaii für ihr zweites Album jedenfalls mehr Aufmerksamkeit verdient als bisher.

Jean Lamoot, der u.a. auch schon für Noir Desir an den Reglern stand, konnte für die Produktion von "Plan Your Escape" gewonnen werden. Angeblich ging es bei den Aufnahmen experimentell zu, viele Freiheiten hat er der Band gelassen. Es sind auch in der Tat diese versponnen Indie-Ideale, die sich durch das ganze Album ziehen. So auch auf der hier verlinkten Single, die allerdings mit einigen verspielten Moves aufwarten kann. Aus Harmonie wird plötzlich Energie - oder umgekehrt.

Die Belgier erinnern an Nada Surf, ohne sich dabei als billiger Abklatsch zu positionieren. Aber so ein bisschen fehlt ihnen dann doch der Drive, der Zug in den Stücken, harmlose Studentenmusik könnte man zynisch meinen. Verträumte Sommerferiensongs und so.

Wenn da nicht diese kleine Ausbrüche wären. "Bored" beispielsweise ist mutiger, mit seinem grantigem Riff und schönem Refrain (die profane Zeile "I hope I die before I get old" sei ihnen verziehen). So wird aus belanglos im Handumdrehen aufregend - zumindest für den Moment. Jedenfalls sollte man von den Girls In Hawaii schon mal gehört haben. Oder, um die Eingangsthese zu untermauern: besser noch mehr als nur das.

Jan Schimmang / tonspion.de

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