A Sunny Place For Shady People

A Sunny Place For Shady People

Glacier

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Eine neue Super-Group hat sich da aufgestellt. Rick McPhail, der neue Tocotronic-Gitarrist, teilt sein Faible für antiquiertes Equipment mit vier weiteren Musikern. Als Glacier erzeugen sie zusammen einen filigranen wie auch bombastischen Sound.

Gleich auf dem ersten Album „A Sunny Place For Shady People“ wirken Glacier so souverän, als wäre diese Band bereits seit Jahrzehnten auf den internationalen Bühnen unterwegs. Die ruhigen bis aufgeladenen Songs sind natürlich von McPhails warmem Gesang geprägt. Doch eigentlich ist es das Zusammenspiel mit der schwelgerisch-behutsamen Musik, das diese Band so interessant macht. An Synthesizern, Bass, Gitarre und Schlagzeug stehen fünf Musiker, die bei Tigerbeat, Kettcar, Tocotronic, Peeptoes oder den verblichenen Les Garcons aktiv sind bzw. waren. Bei Glacier bündeln sie ihre Energien neu und zitieren verschiedene Abschnitte, ohne den Bezug zu Heute zu verlieren. Ein Song wie „This Is Not About Love“ versprüht den visionären Geist von ambitionierter Musik vor dreißig Jahren. Und doch klingt er keineswegs altbacken oder imitiert. Das originale Equipment dürfte diesen Sound maßgeblich beeinflusst haben. Allerdings versteht das Quintett es auch, die historischen Quellen aufzugreifen und aufgefrischt in einem neuen Rahmen zu intonieren. Da werden Melancholie und Übermut gleichermaßen zu Glücksgefühlen, denen Glacier den Soundtrack bieten. (jw)

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