Plastic Beach

Gorillaz - Plastic Beach

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Zeit für den ersten Blockbuster des Jahres. Damon Albarn hat zum dritten Mal ein Cast zusammen gestellt, das einem High Concept-Movie Hollywoods gut zu Gesicht stünde, Jamie Hewlett liefert dazu die passend schrägen Bilder. Also alles wie immer bei den Gorillaz?

Gorillaz, dritter Teil: Die Hauptrolle spielt der aus den ersten beiden Teilen bekannte Titelheld, Damon Albarn leiht ihm seine Stimme. In weiteren Rollen: De La Soul, Kano, Bobby Womack, Mos Def, Gruff Rhys (Neon Neon, Super Furry Animals), die Hälfte von The Clash. Mark E.Smith übernimmt von Shaun Ryder die Rolle des Grantlers, Lou Reed feiert ein Hitchcock zur Ehre gereichendes Cameo.

Im Hintergrund ziehen ein cleveres Management und eine Plattenfirma die Strippen, die doch mehr ums Überleben kämpft als alle Beteiligten wahrhaben wollen. Wochenlang wird die Fangemeinde mit Teasern, Trailern und weiteren, interaktiven Appetithappen auf das große Ereignis eingestimmt, Bruce Willis als prominenter Unterstützer gewonnen werden.

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Wie gewohnt ist bei den Gorillaz das aufgefahrene Personal so imposant, dass man beinahe vergisst, dass es darum geht, Musik zu verkaufen. Hier haben sich Albarn und seine Mitstreiter den Titel ihres Albums etwas sehr zu Herzen genommen und Sommermusik für die Apokalypse geschrieben. Etwas lasch wirken die Gorillaz 2010 zunächst, als hätten sie ihren Biss verloren und es sich am Strand der Plastic Island im Liegestuhl mit einem Drink zuviel bequem gemacht. Eben doch nur der dritte Teil eines erfolgreichen Franchise? Natürlich wird die Qualität der ersten beiden Teile mit diesem Album nicht erreicht, im Gegensatz zu vielen Filmen kann man sich diesen dritten Teil trotzdem wieder und wieder anhören.

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