Flashlight Seasons

Flashlight Seasons

Gravenhurst

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Noch so eine Band auf Warp, die nicht recht ins Schema passen will. Gravenhurst ziehen folkige Gitarrenpickings eindeutig dem lauten Zerschreddern von Samplern vor. Weniger elektronisch also, aber nicht weniger eindringlich.

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In der Warp´schen Farbenlehre, die ihre Website bestimmt, haben Gravenhurst die Farbe Braun erhalten,. Das passt! Braun, der Herbst und Gravenhurst. Musik für graue Tage, wenn zwischen Tag und Nacht nur Nuancen liegen; Musik für Tage, an denen die Sonne das Laub an den Bäumen in ein braun-rotes Meer aus Licht und Farben verwandelt. Melancholisch, doch nicht hoffnungslos, geheimnisvoll, doch ohne Schrecken. Dabei will die Musik von Nicky Talbot so gar nicht ins Warp-Klischee passen. Das Einzige, was ihn zumindest auf „Flashlight Seasons“ (schon 2003 erschienen) mit seinen Label-Kollegen verbindet, ist das Bedroom-Producing. Entsprechend sparsam ist die Instrumentierung. Statt Beats gibts feines Picking auf der akustischen Gitarre, das zusammen mit einem rudimentären Rhythmusgerüst die Basis für Talbots dünne und leise eindringliche Stimme schafft. „Quiet is the new loud“: selten war dieser Satz wahrer. Auf dem neusten Output „Flies In Distant Buildings“ hat Talbot das Schlafzimmer gegen ein richtiges Studio eingetauscht und ein Album eingespielt, dass richtig rockt. In beiden Fällen nimmt die Intensität von Gravenhurst ein, egal ob man nun Folk, (Kraut-)Rock oder einfach nur „verdammt schön“ dazu sagen möchte. (fs)

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