Look At Me Now

Look At Me Now

Hausmeister

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Christian Przygodda zählte als Hausmeister seit längerem zu den Lieblingen des instrumentalen Elektronika-Pops. Auf seinem fünften Album entdeckt er seine eigene Stimme, und damit den letzten Schlüssel zum melancholischen Popsong.

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Fast wäre es hier untergegangen. „Look At Me Now“, Hausmeisters aktuelles Album erschien schon im Herbst 2004 auf dem neu gegründeten Bremer Label Sopot Records. Doch auch ein halbes Jahr später, mitten im Sommer, weckt diese Platte derart viele verdammt ehrliche Gefühle und Bilder, dass Hausmeister nicht länger nur ein Geheimtipp bleiben sollte. Besonders erfreulich ist, dass Przygodda seinen Gesang sehr selbstbewusst nach vorn rückt, zumal die deutschen Texte an sich schon größere Reibeflächen erzeugen. Doch trotz der inhaltlichen Tiefe tänzeln die Songs elegant und erhaben durch die hiesigen Singer/Songwriter-Traditionen. Die Gitarre bleibt weiterhin nur ein Zusatz, der musikalische Fokus liegt auf elektronischen Sound-Miniaturen, die, weit entfernt vom Schlafzimmer-Gefrickel, auf große Melodien setzen. Zwischendrin durchbrechen Streicher-Arrangements die zerbrechlichen Stücke, ohne sie in schwülstigen Harmonien zu ersticken. „Look At Me Now“ wurde zurecht überschwänglich gelobt, denn solch bescheiden wirkende Popmusik mit deutschen Texten gibt es nicht oft zu entdecken. (jw)

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